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Fast 14 Millionen erhalten die umstrittene Pendlerpauschale

Sie wird als teuer und klimaschädlich kritisiert, könnte aber unter einer neuen Bundesregierung steigen: Millionen Beschäftigte bekommen die Pendlerpauschale. Neue Zahlen verraten, was sie verdienen.

Die Pendlerpauschale ist umstritten, könnte aber unter einer neuen Bundesregierung erhöht werden (Archivbild)
Foto: Christian Charisius/dpa

Die Entfernungspauschale, die bei den Koalitionsverhandlungen diskutiert wurde, wird hauptsächlich von Beschäftigten mit mittlerem Einkommen genutzt. Im Jahr 2020 erhielten 13,8 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland die sogenannte Entfernungspauschale, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet.

Laut der Studie verdiente mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Pendler jährlich zwischen 20.000 und unter 50.000 Euro brutto, während bei weiteren 30 Prozent das Einkommen zwischen 50.000 und 100.000 Euro lag. 11 Prozent verdienten weniger als 20.000 Euro und fünf Prozent mindestens 100.000 Euro.

Erhöhung Thema in Koalitionsverhandlungen 

Im Jahr 2020 betrug die Pendlerpauschale 30 Cent pro Kilometer des einfachen Arbeitswegs. Nach einer Reform im Mai 2022 liegt sie ab dem 21. Kilometer bei 38 Cent. In den aktuellen Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD steht eine erneute Erhöhung der Pendlerpauschale im Raum. Fachleute kritisieren die Subvention als teuer und klimaschädlich.

Die Lohn- und Einkommensteuerstatistik 2020 wurde für die Bilanzanalyse herangezogen. Aufgrund der langen Verzögerungen bei der Steuerveranlagung steht diese Information erst etwa dreieinhalb Jahre nach dem Ende des Veranlagungsjahres zur Verfügung.

Im Schnitt fast 30 Kilometer Arbeitsweg

84 Prozent der Pendlerinnen und Pendler nutzten der Statistik zufolge zumindest für einen Teil der Strecke das Auto. Auf ihrem Weg zur Arbeit legten die Pendler im Schnitt 28 Kilometer zurück. «Je ländlicher eine Person wohnte, desto häufiger fuhr sie zudem mit dem Auto», stellten die Statistiker fest. 

Nur Fälle, in denen die Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro lagen, wurden für die Statistik erfasst. Personen, die weniger als diesen Betrag hatten, haben oft ihre gependelten Kilometer nicht in der Steuererklärung angegeben oder gar keine Steuererklärung eingereicht.

Die Pauschale kann genutzt werden, unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Es spielt keine Rolle, ob man zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Auto zur Arbeit kommt.

dpa