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Fenster im Flug verloren: US-Airline lässt Boeing am Boden

Mitten im Flug reißt plötzlich ein Kabinenteil einer Boeing 737 Max ab. Die Notlandung des Passagierfliegers von Alaska Air mit 177 Menschen an Bord gelingt. Es ist nicht das erste Drama mit dem Flugzeugtyp.

Alaska Airlines prüft nach einem Zwischenfall mit einem Fenster alle Maschinen des Typs Boeing 737-9 Max. (Archivbild)
Foto: Ted S. Warren/AP/dpa

Nachdem ein Kabinenteil mit Fenster während des Fluges abgerissen wurde, hat die US-Gesellschaft Alaska Airlines vorübergehend alle ihre Maschinen vom Typ Boeing 737-9 Max am Boden gelassen. Das Unternehmen teilte mit, dass als Vorsichtsmaßnahme alle 65 Maschinen einer gründlichen Wartung und Sicherheitsprüfung unterzogen werden. Jedes Flugzeug wird erst nach Abschluss der Inspektion wieder in Betrieb genommen.

Der Vorfall ereignete sich auf dem Weg von Portland im Bundesstaat Oregon zum Flughafen Ontario, östlich von Los Angeles. Kurz nach dem Start sei die Maschine mit 171 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern nach Portland zurückgekehrt und sicher gelandet, hieß es in der Mitteilung von Firmenchef Ben Minicucci. «Mein Mitgefühl gilt denen, die auf diesem Flug waren – es tut mir so leid, was Sie erlebt haben.»

https://x.com/AlaskaAir/status/1743539149905215718?s=20

Medienberichten zufolge löste sich ein Fensterteil plötzlich und flog davon. Es habe einen großen Knall gegeben, und dann sei Luft durch das Loch eingeströmt, berichteten Passagiere der Zeitung «The Oregonian». Der Sitz direkt daneben sei unbesetzt gewesen, aber ein Jugendlicher auf dem Mittelsitz habe Rötungen und Prellungen vom plötzlichen Druckabfall davongetragen. Berichte über schwere Verletzungen gab es demnach nicht.

Auf von der BBC veröffentlichten Videos von Passagieren war das Loch an der Flugzeugseite zu erkennen. «Das war noch nicht mal der Notausgang. Es war einfach ein Teil des Flugzeugs», merkte eine Frau im Video an.

Erinnerungen an zwei andere Notfälle

Der Vorfall dürfte Fluggesellschaften und den Hersteller Boeing alarmieren. Die Unfallermittlungsbehörde NTSB untersucht den Fall. Im Gegensatz zum glimpflichen Ausgang am Freitag endeten zwei Notfälle in den Jahren 2018 und 2019 katastrophal und führten zu einem Startverbot der 737-Max-Reihe. Bei den beiden Abstürzen kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben. Als Hauptursache wird ein fehlerhaftes Steuerungsprogramm angesehen, das die Flugzeuge zum Absturz brachte.

Boeing überarbeitete daraufhin das Modell und erhielt allmählich erneute Zulassungen. Jedoch sorgte der Mittelstreckenjet weiterhin aufgrund von Produktionsmängeln für Schlagzeilen und belastete die Bilanzen des Herstellers.

Alaska Airlines hat in den letzten Jahren seine Flotte mit einer verbesserten Version der 737-9 Max erweitert. Insgesamt betreibt die Fluggesellschaft überwiegend Boeing und verfügt über gut 300 Flugzeuge.

dpa