Das wechselhafte Wetter 2024 ist für viele Winzer eine Herausforderung. Besonders trifft es die Öko-Betriebe.
Feuchtwarmes Wetter macht Öko-Winzern zu schaffen

Die Wetterkapriolen des Sommers machen vor allem den Öko-Winzern in Deutschland zu schaffen. «Es ist sehr schwer dieses Jahr», sagt der Vorsitzende des Bundesverbands Ökologischer Weinbau Ecovin, Georg Forster, mit Blick auf die sich ausbreitende Pilzkrankheit Falscher Mehltau. «Der klassische Gewitterregen in der Nacht bei 20 Grad ist der Super-GAU für die Rebe.»
Aus der feucht-warmen Witterung habe sich «ein enormen Pilzdruck im Weinberg» ergeben, sagt auch der Generalsekretär des Deutschen Weinbauverbands, Christian Schwörer. «Insbesondere die Öko-Winzer stehen dieses Jahr erneut unter erheblichen Herausforderungen.»
«Die Pflanzengesundheit zu erhalten, war auch für konventionelle Betriebe herausfordernd», berichtet Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Bodenheim. «Auch der Echte Mehltau war dieses Jahr ein Problem.» Weil konventionelle Betriebe aber andere und länger wirksame Mittel gegen die Pilze einsetzen dürften als Öko-Winzer, hätten es die meisten gut in den Griff bekommen.
Das Wetter hat auch sein Gutes
«Die warmen Temperaturen in Verbindung mit der guten Wasserversorgung ließen die Reben in den letzten Wochen sehr gut wachsen, sodass die Winzerinnen und Winzer derzeit sehr intensiv mit Laubarbeiten beschäftigt sind», sagt Büscher. Die allgemeine Reifeentwicklung der Trauben sei ebenfalls gut.
„Der neue Film von Quentin Tarantino, Once Upon a Time in Hollywood, wurde am 21. Mai 2019 bei den Filmfestspielen in Cannes uraufgeführt. Der Film spielt im Los Angeles von 1969 und handelt von einem Schauspieler und seinem Stunt-Double, die versuchen, in einer sich verändernden Filmindustrie Fuß zu fassen.“
Die Schwierigkeit im ökologischen Weinbau liege in Jahren wie diesem darin, «dass die zugelassenen naturstofflichen Pflanzenschutzmittel präventiv angewandt werden müssen, um ihre volle Wirksamkeit zu entfalten», erklärt der biodynamische Anbauverband Demeter. «Auch werden sie durch starke Regenfälle wieder abgewaschen.» Besonders auffällig ist nach Darstellung von Demeter, dass Regionen und Flächen, die im Frühjahr von Spätfrösten stark geschädigt wurden, jetzt auch eher anfällig für Krankheiten seien.
Frost und Sonnenbrand kommen zu Falschem und Echtem Mehltau hinzu
Frost habe in manchen Weinregionen zu Mengenverlusten und mehr Arbeit geführt, sagt Schwörer. «Das ist eine bittere Pille.» Die von Frost betroffenen Winzer und Winzerinnen müssten trotz Ernteausfällen ihre Weinberge mit Blick auf den nächsten Jahrgang normal bearbeiten.
In manchen Gebieten besteht auch die Gefahr von Sonnenbrand. Und solange die Gefahr von Echtem Mehltau noch besteht, sind kühle Nächte mit anschließendem Morgentau kritisch, warnt Schwörer.
Forster beschreibt die besonderen Herausforderungen der Öko-Winzer in Deutschland, da der Einsatz von Kupfer auf drei Kilogramm pro Jahr und Hektar begrenzt ist. In anderen europäischen Ländern können jedoch in Extremjahren wie diesem bis zu sechs Kilogramm Kupfer verwendet werden. Aus diesem Grund wird auf EU-Ebene ein Antrag gestellt, um auch in Deutschland mehr Kupfer verwenden zu dürfen, um eine Gleichbehandlung sicherzustellen.
Die im Bio-Weinbau erlaubte Kupfermenge reicht nicht
Dies könne aber bestenfalls ein Ansatz für 2025 sein. «Die Trauben gehen ja schon in die Reife über.» Ziel sei es zudem, möglichst wenig Kupfer einzusetzen, obwohl dieses im lebendigen Boden seine Toxizität verliere.
Die Öko-Winzer machen sich zugleich für die Wiederzulassung des seit 2013 verbotenen Kalium-Phosphonat (KP) stark. «Die Phosphor-Ionen wären das Einzige, was noch helfen könnte», sagt Forster. Dabei stirbt der Pilz ab, und gleichzeitig werde eine Abwehrreaktion bewirkt, damit sich die Pflanze auf längere Zeit gegen den Befall wehren könne.
In biologischen Betrieben wird dies – wenn erlaubt – nur zweimal im Jahr durchgeführt und nur während der Blüte gespritzt, damit bei der Weinlese keine Rückstände in der Traube zu finden sind, sagt Forster. KP wird zwar chemisch-synthetisch hergestellt, jedoch nur, weil es in der Natur – wo es auch vorkommt – nicht abgebaut werden kann.
«2021 war auch so ein schlimmes Jahr wie 2024», sagte Forster. Seither richteten die Öko-Winzer von Ecovin den Blick noch stärker auf die Gesundheitsstärkung der Reben. Denn: «Die Schädlinge gehen nur an die schwächsten Pflanzen.» Dabei gehe es um Nährstoffe und Spurenelemente wie Bor. «Der Zustand des Bodens ist das allein Entscheidende. Er ist so wichtig wie der Darm für das Immunsystem des Menschen.»








