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Firmenchef-Umfrage: Über 70 Prozent fürchten Cyberangriff

Die Dunkelziffer bei Cyberattacken gehen hoch, Schätzungen zufolge steigen die Schäden Jahr für Jahr. In den Führungsetagen der Unternehmen herrscht länderübergreifend Besorgnis.

Einer Firmenumfrage zufolge sehen sich die meisten Unternehmen in Deutschland nur unzureichend vor Cyberangriffen geschützt.
Foto: Nicolas Armer/dpa

Die große Mehrheit der Unternehmen in Deutschland und vielen anderen Ländern hat Angst vor einem Cyberangriff. Laut einer Unternehmensumfrage des Rückversicherers Munich Re in 15 Ländern gaben 72 Prozent der teilnehmenden Geschäftsführer und Vorstandsmitglieder an, besorgt oder sehr besorgt über mögliche Cyberangriffe zu sein, wie der Münchner Dax-Konzern mitteilte.

Laut der Umfrage gab mehr als die Hälfte zu, dass ihr Unternehmen in der Vergangenheit bereits Opfer von Cyberkriminalität war. Dabei war Datendiebstahl die häufigste Form, gefolgt von Online-Betrug und Erpressung durch Verschlüsselungssoftware.

Die Munich Re hatte im Dezember insgesamt 7500 Manager und Angestellte durch das Statistikunternehmen Statista befragen lassen, knapp 40 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehörten als «C-Level»-Manager der oberen Führungsetage ihrer jeweiligen Unternehmen an.

Sorge in Schweden deutlich niedriger, in Spanien höher

Nicht alle Führungskräfte in verschiedenen Ländern waren gleichermaßen besorgt. In Schweden waren es nur 35 Prozent, in Spanien hingegen 90 Prozent. In Deutschland waren es mit 65 Prozent knapp zwei Drittel, ähnlich wie in den USA, Großbritannien oder Japan.

Laut der Umfrage sind 87 Prozent der Meinung, dass ihr eigenes Unternehmen nicht ausreichend vor Cyberangriffen geschützt ist. Die Unterschiede zwischen den Ländern waren in dieser Hinsicht weniger ausgeprägt: In Deutschland und China stimmten jeweils 95 Prozent zu, während in Italien immer noch 80 Prozent zustimmten.

Die Munich Re hat ein Eigeninteresse an dem Thema, da der Konzern Versicherungen gegen Cyberattacken anbietet und in den kommenden Jahren eine Verdoppelung der weltweiten Beitragseinnahmen der Versicherungsbranche in der Cybersparte erwartet: von 14 Milliarden Dollar im Jahr 2023 auf 29 Milliarden im Jahr 2029. Die Autoren erwähnen in dem Bericht aber auch, dass etliche Unternehmen wegen zu hoher Kosten oder anderer Gründe keine Cyberversicherung abgeschlossen haben.

dpa