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ILA Berlin startet: Klimaneutrales Fliegen und Verteidigung im Fokus

Der Weg zu einem klimaneutralen Luftverkehr bleibt eine der größten Herausforderungen der Branche. Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) am Flughafen BER präsentieren Unternehmen nun ihre neuesten Entwicklungen und Technologien auf diesem Weg. Gleichzeitig rückt die Messe in diesem Jahr stärker als sonst die Themen Sicherheit und Verteidigung in den Mittelpunkt, weshalb auch zahlreiche Rüstungs- und Militärunternehmen besondere Aufmerksamkeit erhalten.

Franziska Giffey und Dietmar Woidke vor einem lebensgroßen Modell der «Spirit of Innovation» von Rolls Royce.
Foto: Wolfgang Kumm/dpa

Nach vier Jahren kehrt die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) zurück auf die große Bühne. Auf dem Gelände am Flughafen Berlin Brandenburg präsentieren von Mittwoch bis Sonntag rund 550 Aussteller aus aller Welt ihre Innovationen für die Zukunft der Luft- und Raumfahrt. Dabei stehen in diesem Jahr zwei Themen besonders im Mittelpunkt: klimafreundliche Technologien und die sicherheitspolitischen Folgen des Ukraine-Krieges.

Branche blickt auf Milliardeninvestitionen in die Verteidigung

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Bedeutung moderner Verteidigungssysteme erneut in den Vordergrund gerückt. Entsprechend stark vertreten ist auf der ILA auch der militärische Bereich. Die Bundeswehr tritt erneut als größter Einzelaussteller auf und zeigt unter anderem moderne Kampfjets, Transportflugzeuge und Hubschrauber.

Die Luft- und Raumfahrtindustrie verfolgt dabei aufmerksam die geplanten Investitionen Deutschlands in Höhe von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr. Vertreter der Branche betonen die Bedeutung einer leistungsfähigen Verteidigung für den Schutz demokratischer Werte und staatlicher Sicherheit.

Bei den Flugvorführungen dürfen sich Besucher auf spektakuläre Auftritte verschiedener Militärmaschinen freuen. Auch zivile Highlights wie der Airbus A380 und der Frachtgigant Beluga werden am Himmel über Schönefeld zu sehen sein.

Olaf Scholz eröffnet die Luftfahrtmesse

Offiziell eröffnet wird die ILA durch Bundeskanzler Olaf Scholz. Die ersten drei Messetage richten sich ausschließlich an Fachbesucher aus Industrie, Politik und Wissenschaft. Am Wochenende öffnet die Veranstaltung dann ihre Tore für die breite Öffentlichkeit. An beiden Tagen werden jeweils bis zu 15.000 Besucher auf dem Gelände erwartet.

Die letzte reguläre ILA fand im Jahr 2018 statt. Damals präsentierten sich noch rund 1.100 Unternehmen, insgesamt kamen etwa 180.000 Besucher. Die für 2020 geplante Messe musste wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

Giffey und Woidke werben für den Standort

Bereits vor dem offiziellen Messestart machten sich Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke ein Bild von den Vorbereitungen. Beide betonten die Bedeutung der Luft- und Raumfahrtindustrie für die Hauptstadtregion.

Woidke verwies auf die Notwendigkeit moderner Ausrüstung für die Bundeswehr und unterstrich, dass Sicherheit nicht allein durch diplomatische Bemühungen gewährleistet werden könne. Gleichzeitig hob Giffey hervor, wie stark sich die Branche während der Pandemie weiterentwickelt habe. Die ILA ermögliche einen Blick auf Technologien, die das Fliegen und die Raumfahrt in den kommenden Jahrzehnten prägen könnten.

Klimaneutrales Fliegen als Zukunftsvision

Neben Sicherheitsfragen spielt auch der Klimaschutz eine zentrale Rolle. Die Luftfahrtindustrie arbeitet seit Jahren an Lösungen, um den CO₂-Ausstoß deutlich zu reduzieren. Auf der ILA werden zahlreiche Projekte vorgestellt, die auf synthetische Kraftstoffe, Wasserstofftechnologien oder elektrische Antriebe setzen.

Zu den Innovationen zählen auch batterieelektrische Kleinflugzeuge, die bereits heute erste Einsatzmöglichkeiten demonstrieren. Das Ziel der Branche ist klar: Langfristig soll Fliegen klimaneutral werden.

Denn nach Angaben des Umweltbundesamtes zählt der Luftverkehr weiterhin zu den klimaschädlichsten Formen der Fortbewegung. Umso größer ist der Druck auf Hersteller und Airlines, nachhaltige Alternativen zu entwickeln.

Erste ILA am BER

Für die Messegesellschaft markiert die diesjährige Veranstaltung einen besonderen Meilenstein. Erstmals findet die ILA vollständig im Umfeld des inzwischen eröffneten Flughafens Berlin Brandenburg statt. Die Aussteller nutzen dabei Rollwege und Flugbetriebsflächen direkt neben der Start- und Landebahn, um ihre Flugzeuge und Technologien zu präsentieren.

Für Messechef Martin Ecknig ist die Rückkehr zur Präsenzveranstaltung nach den Corona-Jahren ein besonderer Moment. Die ILA zeige eindrucksvoll, wie innovativ und zukunftsorientiert die Luft- und Raumfahrtbranche trotz aller Herausforderungen geblieben sei.

TS