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Fridays for Future kritisiert geplante Gasbohrung vor Borkum

Luisa Neubauer sieht Deutschlands Glaubwürdigkeit beim Klimaschutz in Gefahr, sollte nahe dem Wattenmeer bald nach Gas gebohrt werden. Zu dem umstrittenen Projekt stehen wichtige Entscheidungen an.

Prominenter Protest: Vor dem niedersächsischen Landtag warnt Klimaaktivistin Luisa Neubauer vor einer Gasförderung nahe dem Nationalpark Wattenmeer.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer von Fridays for Future warnt vor der geplanten Gasförderung vor der Nordseeinsel Borkum. Sollten die Bundesregierung und die Niederlande das Projekt genehmigen, werde Deutschlands Glaubwürdigkeit als Klimaschutznation «komplett über Bord gehen», obwohl man von anderen Staaten erwarte, dass sie ihre fossilen Rohstoffe im Boden lassen, sagte Neubauer vor dem niedersächsischen Landtag in Hannover.

«Wir sprechen von dem Beginn einer neuen fossilen Ausbeutungsära auf dem Gebiet von Deutschland», sagte Neubauer und forderte: «Wer eine Energiewende möchte, der kann nicht nur anfangen mit Solar und Wind, der muss auch bereit sein, aufzuhören mit der fossilen Ausbeutung.» Darüber hinaus gefährde das Gasprojekt vor Borkum mit dem Wattenmeer ein einzigartiges Naturschutzgebiet und Unesco-Welterbe.

Unternehmen will noch dieses Jahr Gas fördern

Die mögliche Gasförderung vor Borkum ist in Niedersachsen seit Jahren umstritten. Das niederländische Unternehmen One-Dyas plant, dort Ende 2024 mit der Erdgasförderung zu beginnen. Die Landespolitik hat aufgrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eine Kehrtwende vollzogen. Ob die Bohrungen genehmigt werden, ist jedoch noch unklar.

In den kommenden Tagen wird erwartet, dass das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie über die Genehmigung des Vorhabens entscheidet. Falls die Genehmigung erteilt wird, plant die Deutsche Umwelthilfe, dagegen zu klagen. Außerdem ist für die Bohrungen ein Abkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden erforderlich.

Aus Sicht der Landesregierung hat daher die Bundesregierung das letzte Wort. Im Ampel-Koalitionsvertrag von 2021 hatten SPD, Grüne und FDP vereinbart, «keine neuen Genehmigungen für Öl- und Gasbohrungen jenseits der erteilten Rahmenbetriebserlaubnisse für die deutsche Nord- und Ostsee» auszustellen.

Aktivisten planen Demo auf Borkum

Es ist geplant, eine Förderplattform namens One-Dyas auf niederländischem Hoheitsgebiet etwa 23 Kilometer nordwestlich von Borkum zu errichten. Das Gas soll sowohl in niederländischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten gefördert werden, in der Nähe des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer.

Am Samstagnachmittag plant Fridays for Future eine Demonstration auf Borkum gegen dieses Vorhaben. Es sind 50 Teilnehmer angemeldet.

Die Veranstaltung findet am 15. Juni um 18:00 Uhr im Stadtpark statt. „Bitte bringen Sie Ihre eigenen Picknickdecken und Speisen mit.“

dpa