Seit der Pleite des Reiseveranstalters FTI Anfang Juni warten Hunderttausende Urlauber auf eine Entschädigung. Bis Herbst sollen sie das Geld nun erhalten. Das gilt aber nicht für alle Betroffenen.
FTI-Pleite: Kunden sollen bis Herbst entschädigt werden

Nach der Pleite des Reiseveranstalters FTI sollen betroffene Pauschalreisende in den kommenden Monaten ihre Entschädigung erhalten. «Bis zum Herbst soll die Mehrzahl der Erstattungen geleistet sein», sagte eine Sprecherin des Deutschen Reisesicherungsfonds, über den Pauschalreisen abgesichert sind. «Der Erstattungsprozess befindet sich in Vorbereitung und wird demnächst starten.» Einen genauen Termin für den Beginn der Auszahlungen nannte die Sprecherin nicht.
Nachdem die Buchungs- und Reisedaten des insolventen Unternehmens ausgewertet wurden, handelt es sich insgesamt um 250.000 stornierte Pauschalreisen. Darüber hinaus waren 60.000 Pauschalreisende bereits mit FTI im Urlaub, als die Insolvenz eintrat. Zahlungen, die Reisende vor Ort leisten mussten, um ihre Reisen fortzusetzen, könnten nun ebenfalls zurückerstattet werden. Auf Nachfrage machte der Fonds keine Angaben zur Höhe der insgesamt fälligen Entschädigungssumme.
Nach der FTI-Insolvenz wurden andere Reiseveranstalter wie Tui und DER Touristik vom Reisesicherungsfonds beauftragt, gestrandete FTI-Urlauber zu betreuen, damit sie ihre Reise fortsetzen können. Die meisten Reisenden konnten ihre Reise wie geplant beenden. Die Kosten dafür werden direkt vom Fonds an den jeweiligen Veranstalter überwiesen.
Nur Pauschalreisen abgesichert
FTI, bisher der drittgrößte deutsche Veranstalter nach Tui und DER Touristik, hat Anfang Juni Insolvenz angemeldet und kurz darauf alle bereits gebuchten Reisen storniert. Bei Pauschalreisen sind bereits geleistete Zahlungen über den Deutschen Reisesicherungsfonds gegen eine Insolvenz des Veranstalters abgesichert. Der Schutz erstreckt sich nicht auf einzeln gebuchte Reisebausteine wie reine Hotelbuchungen. Auch für einzeln gebuchte Flüge oder Mietwagen gibt es keine Erstattung aus dem Fonds.
Der Fonds, der von der deutschen Tourismuswirtschaft organisiert und vom Bundesjustizministerium beaufsichtigt wird, wurde nach der Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook im September 2019 ins Leben gerufen. Er soll im Falle einer Insolvenz eines Reiseanbieters die Erstattung der Vorauszahlungen der Kunden, gegebenenfalls den Rücktransport gestrandeter Urlauber sowie deren Unterbringung bis zum Rücktransport sicherstellen.








