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Galeria in der Krise: Millionenfinanzierung sichert vorübergehend den Betrieb trotz drohender Filialschließungen

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria erhält einen Millionenkredit für eine umfassende Sanierung. Während einige Filialen geschlossen werden müssen, plant das Unternehmen, sein Filialnetz auf rentablere Standorte zu konzentrieren.

Einige Filialen müssen schließen: Kriselnde Galeria erhält Millionenkredit für Sanierung
KI-generiert

Die Zukunft der Warenhauskette Galeria steht auf der Kippe, da die Möglichkeit weiterer Filialschließungen im Raum steht. Trotz der Sicherstellung eines Kredits in Höhe von bis zu 160 Millionen Euro, der dem Unternehmen kurzfristig Luft verschaffen soll, bleibt die Situation für die Beschäftigten angespannt.

Finanzielle Unterstützung und Sanierungsplan

Galeria hat sich eine neue Kreditlinie von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers gesichert, die durch die Warenbestände des Unternehmens abgesichert ist. Diese Maßnahme folgt auf die dritte Insolvenzmeldung innerhalb von vier Jahren, die Anfang 2024 bekannt gegeben wurde. Laut einer Sprecherin wurde die Finanzierung nach wochenlangen Verhandlungen genehmigt, wobei ein Gutachten der Unternehmensberatung AlixPartners zur wirtschaftlichen Lage von Galeria als Voraussetzung diente.

Standorte unter Beobachtung

Das Unternehmen plant, einen Sanierungsplan umzusetzen, der auf drei Jahre angelegt ist. Dabei soll insbesondere geprüft werden, welche Standorte rentabel sind. Galeria-Geschäftsführer Tilo Hellenbock erklärte:

„Wir durchleuchten das gesamte Filialnetz, denn jedes Haus soll künftig wirtschaftlich tragfähig sein.“

Etwa 30 der derzeit 83 Warenhäuser werden als Wackelkandidaten betrachtet und sollen besonders gründlich analysiert werden.

Herausforderungen im Einzelhandel

Die Maßnahmen sind notwendig, da das Unternehmen mit einem anhaltend schwachen Konsumklima im stationären Einzelhandel zu kämpfen hat. Hellenbock wies darauf hin, dass auch Gespräche mit Vermietern über Mietsenkungen und flexiblere Konditionen geführt werden sollen. Die Unsicherheit bleibt jedoch, da unklar ist, wie viel von dem neuen Geld für Investitionen in die Filialen zur Verfügung stehen wird.

Offene Mietzahlungen und Rabattaktionen

Zusätzlich zu den Herausforderungen durch die Filialschließungen hat Galeria mit ausstehenden Mietzahlungen zu kämpfen. Mehrere Vermieter haben zuletzt beklagt, dass Mieten von Galeria entweder gar nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Das Unternehmen begründete dies mit Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. Ein Eigentümer bestätigte, dass die offenen Positionen inzwischen beglichen seien, während an anderen Orten noch zwei Monatsmieten ausstehen.

Um die Umsätze zu steigern, hat Galeria große Rabattaktionen gestartet, um Kunden anzulocken und die Verkaufszahlen zu erhöhen. Dennoch könnten weitere Filialschließungen erhebliche zusätzliche Kosten verursachen, etwa für Sozialpläne und Abfindungen für Beschäftigte sowie Entschädigungszahlungen an Vermieter.

Die Rolle von Gordon Brothers

Gordon Brothers ist im Kontext von Galeria kein unbekannter Name. Der Investor hatte bereits in der Vergangenheit den Abverkauf in Kaufhof- und Karstadt-Filialen organisiert, bevor diese geschlossen wurden. Galeria beschäftigt derzeit rund 12.000 Menschen und hat in der Vergangenheit bereits mehrere Standorte geschlossen, um die finanzielle Belastung zu reduzieren.

Die Situation bleibt angespannt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Maßnahmen auf die Zukunft der Warenhauskette auswirken werden.


Quellen: n-tv

TS