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Gas für Verbraucher 80 Prozent teurer als vor Ukraine-Krieg

Die Energiepreise steigen zwar nur noch leicht – bleiben aber auf sehr hohem Niveau. Wer wie viel zahlt und welche Rolle die Steuerlast spielt.

Gas hat sich seit dem Ukraine-Krieg stark verteuert (Archivbild)
Foto: Fabian Sommer/dpa

Die Energiepreise für Verbraucher steigen nur noch moderat – doch im Vergleich zum Niveau vor dem Ukraine-Krieg sind die Preissprünge immens. Im zweiten Halbjahr 2024 zahlten private Haushalte in Deutschland im Schnitt 12,28 Cent je Kilowattstunde Erdgas, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Das waren 3,5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2024 und 7,6 Prozent mehr als im zweiten Halbjahr 2023.

Die Gaspreise für private Haushalte stiegen laut den Statistikern im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2021 vor dem russischen Angriff auf die Ukraine und der folgenden Energiekrise um fast 80 Prozent (79,8 Prozent) an.

Der Vergleich bei Strom ist weniger drastisch. Im zweiten Halbjahr 2024 kostete eine Kilowattstunde Verbraucher im Schnitt 41,2 Cent. Dies entsprach einer Steigerung von 0,4 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024 und einem Rückgang um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zum Zeitraum vor dem russischen Angriff auf die Ukraine ergibt sich ein Anstieg um gut ein Viertel (+25,3 Prozent).

Steuern und Gebühren treiben Preise

Die höheren Energiepreise wurden durch erhöhte Steuern und Gebühren verursacht. Die Statistiker erklärten, dass die Rückkehr der Umsatzsteuer auf den normalen Satz ab April 2024 und die Erhöhung der Gasspeicherumlage ab Juli zu einem Preisanstieg führten. Die Steuerlast für private Erdgaskunden stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 um etwa ein Drittel.

Im zweiten Halbjahr 2024 zahlten private Stromkunden im Durchschnitt 2,4 Prozent weniger für Energie und Vertrieb als im ersten Halbjahr 2024. Trotzdem führten höhere Netzentgelte zu einem etwas gestiegenen Gesamtpreis für Strom.

In ihren Sondierungsgesprächen haben Union und SPD vereinbart, die Strompreise für Unternehmen und Verbraucher durch eine Senkung der Stromsteuer und Netzentgelte spürbar zu entlasten.

Firmen und Behörden zahlen deutlich weniger 

Unternehmen oder Behörden zahlten im zweiten Halbjahr 2024 im Durchschnitt weniger als private Haushalte, wie die Statistik zeigt. Der Preis für Erdgas ohne Mehrwertsteuer und andere abzugsfähige Steuern betrug durchschnittlich 6,35 Cent pro Kilowattstunde. Bei Strom zahlten sie zuletzt im Durchschnitt 20,55 Cent pro Kilowattstunde ohne Steuern. Dies entspricht ungefähr der Hälfte des Preisniveaus für private Verbraucher.

dpa