Steigende Gaspreise in Europa sind die Folge von Raketenangriffen auf eine wichtige LNG-Anlage in Katar. Der europäische Referenzpreis steigt um bis zu 35 Prozent, während die Unsicherheit über die Produktionswiederaufnahme wächst.
Gaspreise explodieren: 35 Prozent Anstieg durch Iran-Konflikt

Berlin – Die Preise für Gas in Europa sind am Donnerstag nach den Angriffen auf eine der bedeutendsten Flüssiggas-Anlagen der Welt deutlich angestiegen. Zeitweise verzeichnete der Markt einen Anstieg von bis zu 35 Prozent. Am Morgen lag der europäische Referenzpreis noch immer etwa 22 Prozent über dem vorherigen Wert und notierte bei über 66 Euro pro Megawattstunde.
Auslöser für diesen Preisanstieg sind Raketenangriffe aus dem Iran auf das Industriegebiet Ras Laffan in Katar, wo sich das größte Exportzentrum für Flüssiggas weltweit befindet. Laut Angaben des staatlichen Energiekonzerns wurden mehrere Anlagen getroffen, was zu Bränden und erheblichen Schäden führte. Die Produktionsstätte war bereits zuvor aufgrund der militärischen Situation heruntergefahren worden. Die neuen Angriffe erhöhen die Unsicherheit darüber, wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann. Die genauen Ausmaße der Schäden und die voraussichtliche Dauer der Reparaturen sind bislang unklar.
Die Bedeutung Katars für den Gasmarkt
Katar spielt eine zentrale Rolle im globalen Flüssiggasmarkt. Ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten LNG stammt aus dieser Region. Sollte das Angebot längerfristig ausfallen oder sich die Rückkehr zur Normalproduktion verzögern, wird dies spürbare Auswirkungen auf den Weltmarkt haben. Europa ist besonders betroffen, da die Gasspeicher nach dem Winter relativ leer sind und in den kommenden Monaten wieder aufgefüllt werden müssen. Die Region ist stark auf LNG-Lieferungen angewiesen, die hauptsächlich aus Katar, den USA und anderen Exportländern per Schiff transportiert werden. Italien schlägt Alarm: Regierung interveniert bei Spritpreisen.
Wettbewerb um begrenzte Gasressourcen
Darüber hinaus ist Europa nicht der einzige Akteur auf dem Markt. Auch asiatische Länder sichern sich große Mengen an Flüssiggas. Ein reduziertes Angebot aus Katar könnte den Wettbewerb um die verfügbaren Lieferungen verschärfen, was die Preise über einen längeren Zeitraum auf einem hohen Niveau halten könnte.
Die Auswirkungen des aktuellen Preisanstiegs hängen maßgeblich davon ab, wie lange die Anlagen in Katar tatsächlich ausfallen. Momentan gibt es hierzu noch keine verlässlichen Informationen. Für Verbraucher hat der Preissprung zunächst in der Regel keine direkten Folgen. Sollten die Preise jedoch länger steigen, könnte sich dies bei neuen Tarifen bemerkbar machen. Eines ist jedoch klar: Der Gasmarkt bleibt anfällig und reagiert derzeit besonders sensibel auf jede neue Entwicklung.
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