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Gericht droht Nord Stream 2 mit Konkurs im Mai

Der Pipeline-Betreiber Nord Stream 2 sitzt auf hohen Schulden. Die Gläubiger wollen bezahlt werden. Ein Schweizer Gericht kündigt nun eine letzte Gnadenfrist vor einem Konkurs an.

Ohne Einigung könnte im Januar Konkurs über Nord Stream 2 eröffnet werden. (Archivbild)
Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Die Betreibergesellschaft der Nord Stream 2-Pipeline, die hoch verschuldet ist, hat unerwartet eine Verlängerung zur Einigung mit den Gläubigern erhalten, um eine Insolvenz zu vermeiden. Ursprünglich hatte das Gericht im Schweizer Kanton Zug eine Entscheidung bis zum 10. Januar angekündigt. Die neue Frist wurde nun bis zum 9. Mai verlängert, wie das Gericht mitteilte.

Alle Kleingläubiger müssen bis dahin «in voller Höhe» befriedigt und ein Nachweis über die Zahlungen vorgelegt werden. «Wird diese Frist nicht eingehalten, wird über die Nord Stream 2 AG ohne Ansetzung einer Nachfrist der Konkurs eröffnet», teilte das Kantonsgericht mit. In Deutschland entspricht das einem Insolvenzverfahren.

Pipeline nie in Betrieb

Die Nord Stream 2 AG gehört dem russischen Gazprom-Konzern. Sie war dafür vorgesehen, russisches Gas durch die Ostsee nach Deutschland zu transportieren. Die fast zehn Milliarden Euro teure und 1.200 Kilometer lange Pipeline mit zwei Strängen wurde fertiggestellt, jedoch nie in Betrieb genommen. Das kontroverse Gasgeschäft wurde nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 gestoppt.

Bei einem Anschlag Anfang September 2022 wurde einer der beiden Röhrenstränge zerstört, sowie die beiden Stränge der bereits in Betrieb genommenen Nord-Stream-1-Pipeline.

Das Unternehmen Transliq hatte im November als Sachwalter den Gläubigern einen Nachlassvertrag vorgelegt. Die erforderliche Einigung mit den Gläubigern steht jedoch bisher aus. Im Falle eines Nachlassvertrags und Konkurses müssen die Gläubiger auf Teile ihrer Forderungen verzichten. Ein Nachlassvertrag ist im Vergleich zu einem Konkurs jedoch rechtlich vorteilhafter für Unternehmen und Gläubiger.

dpa