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Gewerkschaft: Unbefristeter Streik im Ford-Zuliefererpark

Mit dem angekündigten Ende der Autoproduktion von Ford in Saarlouis bangen auch Beschäftigte von Zulieferern um ihre Zukunft. Jetzt streiken sie. Das hat bereits Folgen.

Die IG Metall ruft die Beschäftigten auf, ihre Arbeit unbefristet niederzulegen.
Foto: Silas Stein/dpa

Der gerade begonnene Streik von Beschäftigten mehrerer Unternehmen im Zuliefererpark bei Ford in Saarlouis wirkt sich bereits auf die Produktion im Ford-Werk aus: «Die Fertigung steht seit heute Morgen», sagte die Sprecherin des US-Autobauers in Köln. Das hänge mit dem Ausstand zusammen: «Das System ist so, dass wir aus dem Zuliefererpark Teile geliefert bekommen. Und wenn die nicht geliefert werden, können wir nicht produzieren», sagte sie.

Zu Beginn der Frühschicht hat die IG Metall die Mitarbeiter von fünf Unternehmen im Zuliefererpark aufgefordert, in einen unbefristeten Streik zu treten. Laut Gewerkschaftsinformationen sind insgesamt 500 Personen in den Betrieben beschäftigt: Etwa 300 sind von der Frühschicht betroffen und nochmals 200 von der Mittagsschicht des Streiks. Die Betriebe produzieren laut IG Metall Motoren/Getriebe, Achsen, Karosserieteile, Kabelnetzsysteme und Abgasanlagen, ohne die kein Auto fertiggestellt werden kann.

«Lediglich ein billiges Abspeisen angeboten»

Die Unternehmensvertreter der fünf Betriebe Magna, Benteler, Tenneco, Rhenus LMS und Lear Corp. hätten der IG Metall keine Alternative gelassen als in den Ausstand zu treten. Bei Verhandlungen zu einem Sozialtarifvertrag seit Juli 2023 seien «keine einigungsfähigen Angebote, sondern lediglich ein billiges Abspeisen angeboten» worden, sagte der 2. Bevollmächtigte und Verhandlungsführer der IG Metall Völklingen, Ralf Cavelius. Ein Ultimatum zum 29. Februar sowie ein weiteres zweitägiges Moratorium seien abgelaufen.

Im Ford-Werk selbst wurde seit Ende Februar ein Sozialtarifvertrag für die Beschäftigten eingeführt. Die Vereinbarungen sehen vor, dass 1000 der insgesamt 3750 Ford-Mitarbeiter bis Ende 2032 weiterbeschäftigt werden, es gibt hohe Abfindungen und Prämien, die Bildung einer Transfergesellschaft sowie Qualifizierungsprogramme. Zudem wird das Ende der Produktion des Ford Focus um ein halbes Jahr auf November 2025 verschoben.

Nachdem es bei Ford nun einen klaren Plan gebe, forderten die Beschäftigten im Zulieferpark «Klarheit und Sicherheit von ihren Arbeitgebern», teilte die Gewerkschaft mit. Gleichzeitig, so Uwe Zabel von der IG Metall Bezirksleitung Mitte, «signalisiert die IG Metall aber auch jederzeit, zu weiteren Verhandlungen bereitzustehen». Einzige Bedingung sei die Vorlage eines Angebotes, das den bislang benannten Eckwerten deutlich näherkomme.

dpa