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Google peppt neue Smartphones mit KI auf

Google stellt bei seinen neuen Pixel-Smartphones Künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. Der Internet-Konzern ist bei KI im Wettlauf mit Samsung und Apple.

Das Pixel 9 ProFold konkurriert mit auffaltbaren Smartphones vor allem von Samsung.
Foto: Andrej Sokolow/dpa

Google integriert KI-Funktionen in die neuen Smartphones der hauseigenen Marke Pixel. Die Software soll beispielsweise E-Mails und Telefonanrufe zusammenfassen oder Textvorschläge machen. Googles KI-Software soll auf den eigenen Geräten des Konzerns besonders reibungslos und sicher laufen. Der Internet-Konzern nutzt dafür seine langjährigen Investitionen in Künstliche Intelligenz, erklärte Gerätechef Rick Osterloh bei der Präsentation des Smartphone-Modells Pixel 9 im Hauptquartier in Mountain View.

Einige der neuen KI-Funktionen sind exklusiv für Pixel-Geräte reserviert – zum Beispiel die Möglichkeit, Informationen aus Screenshots zu erfassen und zu verarbeiten. Andere Innovationen werden auch auf Android-Smartphones anderer Hersteller verfügbar sein. Dazu gehört beispielsweise der Sprachassistent Gemini Live, der mit den Nutzern kommunizieren kann.

Das Pixel 9 wird von Google in vier Versionen veröffentlicht: Ein Standard-Modell, eine aufgerüstete Pro-Variante mit zwei Display-Größen sowie das Pro Fold, bei dem sich der Bildschirm auffalten lässt. Beim Kauf der Pro-Modelle erhält man für ein Jahr ein Abo für Gemini Live.

«Was kann KI für mich tun?»

Osterloh betonte, Google wolle die wichtigste Frage rund um Künstliche Intelligenz beantworten: «Was kann Ki für mich tun?» Der Internet-Konzern konkurriert mit seinen Smartphones vor allem mit Samsung und Apple. Der iPhone-Konzern kündigte jüngst ebenfalls fortgeschrittene KI-Funktionen an, die schrittweise ab Herbst eingeführt werden sollen. 

Apple verfolgt jedoch eine andere Strategie als Google: Die KI-Software des Unternehmens soll sich auf persönliche Informationen konzentrieren, während die Nutzer bei anderen Anliegen den Chatbot ChatGPT von OpenAI zur Hilfe rufen können. Im Gegensatz dazu ist Googles Gemini als KI-Software für alle Lebensbereiche gedacht.

Bei Google wird auch das Mobil-Betriebssystem Android entwickelt, mit dem neben den Pixeln unter anderem die Samsung-Smartphones sowie Geräte chinesischer Rivalen laufen. Das Betriebssystem und die KI seien immer mehr miteinander verwoben, sagte Osterloh. Google beliefert somit Android-Partner wie Samsung mit KI-Funktionen und macht ihnen zugleich Konkurrenz, wenn sie nur exklusiv auf eigenen Geräten bleiben.

Personalisierte KI-Funktionen

Zu den neuen Funktionen der Pixel-Telefone gehört auch, dass sie den Inhalt von Telefongesprächen als Text speichern können. Die Daten sind gesichert und bleiben nur auf den Geräten, betonte Google. Microsoft führte kürzlich eine KI-Funktion ein, die auf Windows-Computern alle paar Sekunden Bildschirmaufnahmen machen und auswerten sollte, da es Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes gab.

Viele neue KI-Funktionen von Google werden zunächst auf Englisch in den USA eingeführt, sollen aber mit der Zeit auch in anderen Ländern verfügbar sein. Im Gegensatz dazu haben Meta und Apple den Start von KI-Funktionen in der EU aufgrund des Digital-Gesetzes DMA verschoben, während Google betont, dass sie damit keine Probleme haben.

Google kündigt zudem eine signifikante Verbesserung der Kamera für das Pixel 9 an. Sie soll Fotos mit höherer Auflösung und verbesserte Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen liefern. Ebenfalls wurde ein neues Modell der hauseigenen Computer-Uhr zusammen mit den Smartphones vorgestellt.

Neue Google-Computerbrille?

Laut Osterloh hat Google auch kontinuierlich an Computer-Brillen gearbeitet und plant, Neuigkeiten dazu später bekannt zu geben. Meta führt derzeit Experimente mit einer Kamera-Brille durch, die der KI wichtige Informationen darüber liefert, wo sich ein Nutzer befindet und was er sieht.

dpa