Trotz Wirtschaftsflaute zeigten sich die Besucher kauffreudig und gaben über 160 Euro pro Kopf aus.
Grüne Woche 2025: Erfolgreiche Messe mit Besucherrekord

Die Grüne Woche hat in diesem Jahr 310.000 Menschen angezogen, etwa 13 Prozent mehr als 2024. Die Zahl wurde von den Veranstaltern in ihrem Abschlussbericht der Landwirtschafts- und Verbrauchermesse genannt. Trotz Wirtschaftsflaute waren die Besucher kauffreudig: Sie gaben laut Angaben mehr als 160 Euro pro Person aus, unter anderem an den 800 Essensständen.
Der Fund des ersten Falls von Maul- und Klauenseuche seit Jahrzehnten in Brandenburg schockierte die Branche kurz vor Beginn der Messe am 17. Januar. Einige Tierarten konnten deshalb nicht ausgestellt werden. Dennoch waren die Veranstalter hochzufrieden.
«Zusammen Lösungen suchen»
«Die Grüne Woche 2025 war ein voller Erfolg», meinte Messechef Mario Tobias. Die Besucherzahl habe die Erwartungen übertroffen. Fachleute hätten sich über wichtige Branchenthemen ausgetauscht, so etwa Biokraftstoffe, nachhaltige Landwirtschaft und die Versorgung der Menschen im Land mit eigenen Lebensmitteln.
Landwirtschaftsminister Cem Özdemir kam zum Abschluss zurück auf die Maul- und Klauenseuche, die er eine große Herausforderung nannte. Die Messe sei Ort des Dialogs, meinte der Grünen-Politiker. «Wenn Politik, Behörden und Praxis an einem Strang ziehen, können wir gemeinsam Lösungen finden. Wir kommen voran, wenn wir nicht nur über Probleme klagen, sondern zusammen Lösungen suchen.» Für Özdemir war es die wohl letzte Grüne Woche im jetzigen Amt. Er will Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden.
Würste und Bier
Die Grüne Woche ist für die Aussteller und die Bundesländer, die auf der Messe vertreten sind, immer noch eine Leistungsschau. Laut dem thüringischen Landwirtschaftsministerium wurden in seiner Bilanz die Dimensionen beschrieben: Zwischen dem 17. und 26. Januar wurden rund 22.500 Bratwürste und 3.500 Portionen Pommes aus Kloßmasse verkauft. Zusätzlich wurden 12.000 Liter Bier und der Inhalt von 765 Flaschen Eierlikör ausgeschenkt und verkauft.
Zudem sei die Messe ein wichtiger Testmarkt, ergänzte die brandenburgische Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt (SPD). Sie erwähnte die handgemachten Safran-Seifen eines Herstellers aus Hermsdorf und ein Start-up mit afrikanischen Kaffeebohnen. Gerade kleine Firmen mit Nischenprodukten könnten sichtbar werden, so etwa ein Familienunternehmen aus Falkensee mit Bio-Bourbon-Vanille oder der Hersteller von «HeulNichtRum» aus Potsdam.
«Hochamt für Genuss»
Bauernpräsident Joachim Rukwied nannte das Angebot an kulinarischen Highlights beeindruckend. Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE), Christoph Minhoff, sprach sogar von einem «Hochamt für Ernährung und Genuss».
In einer Umfrage unter den Besuchern äußerten sich 90 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden mit dem Messebesuch, wie die Veranstalter mitteilten. Ebenso viele Aussteller – neun von zehn – gaben an, im nächsten Jahr wieder an der Messe teilnehmen zu wollen. Die Grüne Woche feiert 2026 ihr 100. Jubiläum.








