Sprit und Strom günstiger, doch viele Dienstleistungen teurer. Warum die jüngsten Inflationsdaten Verbraucher trotzdem aufatmen lassen – und was Experten für 2026 erwarten.
Günstigere Energie bremst Preisanstieg zum Jahresende

Zum Ende des Jahres gibt es überraschende Entlastung für Verbraucher in Deutschland: Günstigere Energie und niedrigere Nahrungsmittelpreise haben die Inflation im Dezember unter die wichtige Marke von zwei Prozent gedrückt.
Die Verbraucherpreise stiegen im vergangenen Jahr laut dem Statistischen Bundesamt mit 1,8 Prozent so langsam wie in keinem anderen Monat. Die Inflationsrate war zuletzt im September 2024 mit 1,6 Prozent niedriger. Im Zeitraum von November bis Dezember 2025 blieben die Verbraucherpreise unverändert.
Inflation im Jahresdurchschnitt wie 2024 bei 2,2 Prozent
Die Wiesbadener Statistiker bestätigten ihre vorläufigen Berechnungen auch für das Gesamtjahr 2025: Im Jahresdurchschnitt des vergangenen Jahres stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland um 2,2 Prozent. Somit entsprach die Teuerungsrate in Deutschland dem Niveau von 2024.
Inflation beeinträchtigt die Kaufkraft: Mit einem Euro kann man weniger kaufen, da Einkommenszuwächse durch steigende Preise aufgezehrt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) im Euroraum strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2,0 Prozent an, um Preisstabilität zu gewährleisten.
Sinkt die Teuerungsrate weiter?
Volkswirte gehen davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschlands größter Volkswirtschaft im laufenden Jahr über der Marke von 2 Prozent bleiben wird. Allerdings erwartet kein Experte, dass die Preise so stark steigen wie 2022 und 2023 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, als sich Energie und Lebensmittel sprunghaft verteuerten. Das Ifo-Institut sagt für 2026 eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent und für 2027 2,3 Prozent voraus.
Die Kerninflation, die von Ökonomen besonders beachtet wird und die die schwankungsanfälligen Preise für Nahrungsmittel und Energie ausschließt, ist im Dezember zwar auf 2,4 Prozent gesunken, bleibt aber dennoch leicht erhöht. Die Statistiker haben für das Gesamtjahr einen Wert von 2,8 Prozent ermittelt.
Laut Ökonomen gibt es Hinweise darauf, dass der Preisdruck durch den Anstieg des Deutschlandtickets und die Erhöhung des Mindestlohns, die sich auf den Dienstleistungssektor auswirkt, nicht so stark abnimmt.
Überdurchschnittliche Preissteigerungen bei Dienstleistungen
Im Dezember stiegen die Preise für Dienstleistungen wie in den Vormonaten überdurchschnittlich um 3,5 Prozent. Dazu gehören beispielsweise Personenbeförderungsdienste, soziale Dienstleistungen und Versicherungen. Im Gegensatz dazu stiegen die Lebensmittelpreise nur noch um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. So wurden beispielsweise Butter und Olivenöl günstiger. Allerdings sind viele Lebensmittel heute deutlich teurer als noch vor einigen Jahren. Fleisch von Rind (+14,1 Prozent) und Geflügel (+6,3 Prozent) waren im Dezember im Vergleich zum Vorjahr deutlich teurer.
Im Dezember gab es laut Berechnungen des Bundesamtes eine Entspannung bei den Energiepreisen. Sprit, Strom und Gas waren 1,3 Prozent günstiger als im Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt war Energie sogar um 2,4 Prozent günstiger als 2024. Ohne diesen Posten hätte die Jahresteuerungsrate 2,6 Prozent betragen.








