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Einzelhandel Tarifkonflikt gelöst mit deutlicher Lohnerhöhung

Gewerkschaft Verdi und Handelsverband einigten sich in Hamburg auf Tarifvertrag mit Lohnerhöhung in drei Stufen.

Ein Streikender trägt eine Warnweste mit dem Verdi-Logo (Symbolbild).
Foto: Christophe Gateau/dpa

Es könnte eine Lösung für den Tarifkonflikt des Einzelhandels auf Bundesebene in Sicht sein. In Hamburg wurde eine Einigung erzielt, die eine deutliche Lohnerhöhung in mehreren Stufen vorsieht. Sowohl die Gewerkschaft Verdi als auch der Handelsverband bezeichneten dies anschließend als Durchbruch.

Verdi war optimistisch, dass nun auch in den anderen Bezirken Tarifverträge wie nach dem Hamburger Vorbild abgeschlossen werden. Der Einzelhandel in Deutschland beschäftigt etwa fünf Millionen Menschen.

Lohnerhöhung in drei Stufen

Für die etwa 90.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel wurde eine Erhöhung der Löhne in drei Stufen vereinbart, wie Verdi und der Handelsverband Nord mitteilten: Zum 1. Oktober 2023 um 5,3 Prozent und zum 1. Mai 2024 um 4,7 Prozent. Im dritten Tarifjahr – ab 1. Mai 2025 – steigen die Entgelte zunächst um einen Festbetrag von 40 Euro und dann um weitere 1,8 Prozent. Der Abschluss wurde am späten Mittwochabend nach Verhandlungen, die mehr als ein Jahr dauerten, erreicht.

«Dieser Tarifabschluss stellt einen wichtigen Schritt für die Beschäftigten im Hamburger Einzelhandel dar», sagte Heike Lattekamp, Verhandlungsführerin und stellvertretende Landesbezirksleiterin der Gewerkschaft in Hamburg. «Die Beschäftigten haben endlich mehr Geld in der Tasche und eine spürbare Entlastung angesichts der gestiegenen Preise.»

Inflationsausgleichsprämie und Altersvorsorge

Laut Angaben beider Seiten zahlen die Arbeitgeber ab dem 1. Juni 2024 eine Inflationsausgleichsprämie von 1000 Euro für Vollzeitbeschäftigte, anteilig für Teilzeitbeschäftigte. Ab dem 1. Januar 2025 sollen die Beschäftigten jährlich zusätzlich 120 Euro tarifliche Altersvorsorge erhalten, insgesamt also 420 Euro pro Jahr. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 36 Monaten.

«Das war lange überfällig. Die Kolleginnen und Kollegen haben ein Jahr hart gekämpft», wie Silke Zimmer, für den Handel zuständiges Verdi-Bundesvorstandsmitglied, am Mittwochabend mitteilte. «Es ist dem Mut und der Ausdauer der Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, dass tausende Beschäftigte in Hamburg wieder unter dem Schutz eines rechtsverbindlichen Tarifvertrages stehen.» Bis zu dem Hamburger Abschluss hatten auch zahlreiche Warnstreiks und Spitzengespräche die verfahrene Situation nicht verändern können. Verdi war in allen Regionen mit einer Forderung von mindestens 2,50 Euro mehr pro Stunde und eine Laufzeit von einem Jahr in die Verhandlungen gegangen.

dpa