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Handwerk in der Krise: Mangel an Nachfolgern bedroht Betriebe

Das deutsche Handwerk leidet unter einem dramatischen Mangel an Nachfolgern. Viele Meister scheuen die Selbstständigkeit aufgrund von Bürokratie und steigenden Kosten.

Fliesenleger: Das deutsche Handwerk beklagt einen Mangel an Nachwuchs. (Archivbild)
Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, beklagt, dass viele eigentlich solvente Unternehmen aufgrund eines Mangels an Nachfolgern geschlossen werden. Viele Meister zeigen kein Interesse mehr daran, sich selbstständig zu machen, auch um die damit verbundene Bürokratie zu vermeiden.

«Es ist für uns ein dramatisches Signal, wenn wir keinen Unternehmernachwuchs bekommen», betont Schwannecke. «Sie sagen „wir haben Angst vor Formularen“», weil sie sich den inzwischen existierenden Dokumentationspflichten nicht gewachsen fühlten. 

Die steigenden Kosten belasteten auch das Handwerk. Das Handwerk steht vor einem Umbruch. Etwa 125.000 Betriebe benötigen in den nächsten fünf Jahren einen Nachfolger an der Spitze, so der ZDH.

Hoffnung auf das zweite Halbjahr

Schwannecke beschreibt insgesamt die aktuelle Lage im Handwerk nicht positiv. Der Ausblick für das erste Halbjahr ist sehr zurückhaltend. Es besteht jedoch Hoffnung, dass man im zweiten Halbjahr teilweise aus dem Tal herauskommen könnte. Dafür ist jedoch auch die Unterstützung der zukünftigen Bundesregierung erforderlich, sagte Schwannecke.

Der Generalsekretär des ZDH begrüßte die Überlegungen von CDU und SPD zu einem Sondervermögen. Dies verdeutlicht, dass der Ernst der Lage erkannt und die Verantwortung übernommen wird. Zu den Forderungen des Handwerks an die zukünftige Regierung gehören neben dem Abbau von Bürokratie auch schnellere Genehmigungen, günstige Energie und niedrigere Abgaben sowie Unterstützung bei der Suche nach Fachkräften.

Nächste Woche beginnt in München die Messe Zukunft Handwerk. Dort werden neben dem amtierenden Kanzler Olaf Scholz (SPD) auch sein voraussichtlicher Nachfolger Friedrich Merz (CDU) sowie der scheidende Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erwartet.

dpa