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Handwerks-Verbände fordern Entlastungen

Die Belastung durch Steuern, Abgaben und Bürokratie sei für die Betriebe zu hoch, mahnt der ZDH. Es brauche Entlastungen und Impulse – und das schnell.

Als größtes Sorgenkind im Handwerk gilt nach Verbandsangaben derzeit der Wohnungsbau.
Foto: Monika Skolimowska/Deutsche Presse-Agentur GmbH/dpa

Vertreter des Handwerks haben die Bundesregierung gebeten, Erleichterungen zu schaffen und der Wirtschaftspolitik ein schlechtes Zeugnis ausgestellt. Die Betriebe fühlen sich oft überfordert, sagte Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Die Belastung durch Steuern, Abgaben und Bürokratie aufgrund zahlreicher Dokumentationspflichten sei für die Handwerksbetriebe zu hoch und lasse ihnen kaum Freiraum. Es brauche dringend Entlastungen, forderte Schwannecke. Zugleich mahnte er mehr Tempo an: «Wir haben nicht viel Zeit. Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit dieses Landes.»

Verlässliche Rahmenbedingungen gefordert

Franz Xaver Peteranderl, der Präsident des Bayerischen Handwerkstages, betonte, dass die Stimmung im Handwerk zunehmend negativ sei. Besonders besorgniserregend sei derzeit der Wohnungsbau.

Peteranderl forderte verlässliche Rahmenbedingungen und eine umfassende Stärkung des Standorts Deutschland. Dazu gehöre eine sichere und nachhaltige Energieversorgung zu dauerhaft wettbewerbsfähigen Preisen. Zugleich forderte auch er Steuererleichterungen. Jede zusätzliche Besteuerung sei für die Handwerksbetriebe in der angespannten Lage existenzgefährdend, sagte der bayerische Handwerkspräsident. Die Branche trifft sich in der kommenden Woche von Mittwoch bis Freitag in München zum Kongress «Zukunft Handwerk».

Wachstumschancengesetz macht Hoffnung

Hoffnung setzt das Handwerk demnach auf das Wachstumschancengesetz. Zum Streit über die Ausgestaltung des Gesetzes zur Stärkung der deutschen Wirtschaft sagte Schwannecke, es sei sehr traurig, dass es nicht gelungen sei, das Gesetz auf dem abgeschmolzenen Niveau zu beschließen. «Es wäre ein wichtiges Zeichen gewesen, dass die Politik erkannt hat, dass wir positive Impulse brauchen.»

Der Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag hat am Mittwochabend ein Verhandlungsergebnis mit Änderungen an dem Gesetz akzeptiert – jedoch ohne die Zustimmung der Union. Es bleibt daher unklar, ob der Bundesrat zustimmt.

Der ZDH vertritt die Interessen von nach eigenen Angaben einer Million Handwerksbetrieben in Deutschland mit etwa 5,7 Millionen Beschäftigten.

dpa