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Junge Deutsche offen für Unternehmensgründung

Studie zeigt: 40% können sich vorstellen, 11% planen fest, 29% unsicher. Hindernisse sollen abgebaut werden.

Viele junge Leute können sich laut einer Studie eine Unternehmensgründung vorstellen. (Symbolbild)
Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Laut einer Umfrage können sich 40 Prozent der jungen Menschen in Deutschland vorstellen, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Elf Prozent der bundesweit befragten 14- bis 25-Jährigen planen bereits eine Gründung fest ein, während 29 Prozent angeben, noch nicht ganz sicher zu sein. Diese Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung.

Ein Drittel der fast 1.700 Befragten antwortete darauf, dass sie sich eine Gründung bis zum 30. Geburtstag derzeit eher nicht vorstellen können, dies aber auch nicht ausschließen. Die Studie fand im Juni 2023 sowie zwischen dem 23. Februar und 24. März 2024 statt. Für gut ein Viertel ist eine Rolle als Gründer oder Gründerin daher keine Option. Die Stiftung in Gütersloh zog das Fazit, dass in der jungen Generation Potenzial für mehr Gründungsaktivität in Deutschland steckt. Um dieses zu fördern, müssen Barrieren abgebaut werden.

Unternehmerisches Denken früher fördern

Die Analyse besagt, dass Unsicherheit, Stress und mangelndes Wissen viele junge Menschen daran hindern, ein Unternehmen zu gründen. Es ist wichtig, unternehmerisches Denken und Handeln frühzeitig zu fördern – beispielsweise bereits in der Schulzeit durch Workshops. Darüber hinaus zeigt sich: Männliche Jugendliche planen häufiger eine Firmengründung als weibliche Jugendliche. Das Interesse ist zudem in Großstädten höher als in Orten mit maximal 5.000 Einwohnern.

Es ist zwar erfreulich, dass 40 Prozent Interesse an einer Betriebsgründung zeigen. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass viel weniger junge Leute tatsächlich diesen Schritt gehen werden. Im Jahr 2023 hatte in Deutschland nur knapp jede sechste Person zwischen 18 und 24 Jahren ein Unternehmen gegründet.

Hürden sind auch fehlendes Zutrauen und Wissensdefizite

Bei denjenigen, die sich nicht vorstellen können, eine Gründerrolle zu übernehmen, geben etwa 25 Prozent fehlendes Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die damit verbundene Unsicherheit als Grund an. Etwa jeder fünfte Zweifelnde bezweifelt, dass er über ausreichendes Wissen verfügt. Die Stiftung ist der Ansicht, dass Informationen über das Gründen gezielt an junge Menschen weitergegeben werden müssen, insbesondere über Social-Media-Kanäle.

Und: «Ein leichterer Zugang zu Startkapital wäre hilfreich für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer. Mehr Gründungsstipendien, günstigere Kredite sowie auf junge Menschen spezialisierte Gründerfonds können dazu beitragen.»

dpa