Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

HDE: Vermieter sollen Läden bei Mieten entgegenkommen

In vielen Einkaufsstraßen zeigt sich das Ladensterben. HDE-Präsident Alexander von Preen will die Wiederbelebung der Innenstädte – und setzt auf die Kooperation einer Gruppe.

Geschlossen sind die Türen der früheren Filiale eines Drogeriemarktes.
Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert von Immobilienbesitzern ein Entgegenkommen bei den Ladenmieten. «Die Mietpreise spiegeln im Moment nicht das wider, was der Markt in der Lage ist zu bezahlen», sagte HDE-Präsident Alexander von Preen der Deutschen Presse-Agentur in Heilbronn.

Sowohl der stationäre Einzelhandel als auch Kultur, Kleinkunst und Gastronomie sollten von dieser Regelung betroffen sein. Die Vermieter sollten auf diese Akteure zugehen und die Mietpreise entsprechend der aktuellen Situation senken.

«Dass die Mieten nur nach oben gehen ist vorbei. Die Räumlichkeiten müssen zu Konditionen vermietet werden, die mit einem Handelskonzept vereinbar sind», sagte von Preen, der auch Chef von Intersport Deutschland ist. Er rief die Vermieter dazu auf, gemeinsam mit dem Handel an neuen Konzepten zu arbeiten. «Und zwar jetzt, und nicht erst, wenn den Geschäften das Aus droht.»

Über kreative Rahmenbedingungen sprechen

Denn in Insolvenzverfahren werde dies bereits praktiziert. «Wenn das Geschäftsmodell zukunftsfähig ist, wird unter anderem auch mit den Vermietern über die Miete gesprochen. Und diese wird in der Regel niedriger vereinbart, nicht höher», sagte von Preen. «Mein Petitum wäre: Lasst es nicht so weit kommen, sondern sprecht bereits davor über kreative Rahmenbedingungen».

Im letzten Jahr haben sich immer wieder bekannte Ketten ganz oder teilweise aus deutschen Einkaufsstraßen zurückgezogen. Auch viele kleine Geschäfte haben aufgegeben: Der HDE hatte bereits früher im Jahr 2023 prognostiziert, dass rund 9000 Geschäfte ihre Türen für immer schließen könnten. In einem normalen Vorkrisen-Jahr waren es immer etwa 5000 Läden. Wenn sich die Prognose bestätigt, bleiben abgesehen von Kleinstbetrieben bundesweit 311.000 Geschäfte übrig. Zum Vergleich: 2015 waren es noch fast 373.000.

HDE-Präsident: Revitalisierung der Städte

Laut dem HDE-Präsidenten wird es im nächsten Jahr auch einen Leitfaden zu diesem Thema geben. Der Inhalt wird die erfolgreiche Partnerschaft der verschiedenen Akteure in den deutschen Innenstädten sein. Von Preen hält auch sogenannte Umsatzmieten für praktikabel. Dabei zahlen Mieter neben einem Grundbetrag einen bestimmten Anteil des im Mietobjekt erzielten Umsatzes an den Vermieter.

Der HDE-Präsident lehnte staatliche Vorgaben ab. Er äußerte die Hoffnung, dass Vermieter und Mieter gemeinsam Lösungen finden können. Wenn dies gelingt, wird eine blühende Stadt auch in Zukunft möglich sein, sagte von Preen.

dpa