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Bahn fährt Milliardenverlust ein

Milliarden müssen in das lange vernachlässigte Schienennetz investiert werden. Geld, das der bundeseigene Konzern eigentlich nicht hat. In der Bahn-Bilanz klafft ein riesiges Loch.

Die Gleisfläche des milliardenschweren Bahnprojekts Stuttgart 21, bei der der Stuttgarter Hauptbahnhof unter die Erde verlegt werden soll.
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Die Deutsche Bahn verzeichnete im Jahr 2023 aufgrund hoher Kosten für Bau, Energie und Personal, gestiegener Zinsen sowie mehrerer Streiks einen Milliardenverlust. Insgesamt belief sich das Minus des bundeseigenen Konzerns auf 2,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Berlin bekannt gab.

Im Vorjahr war der Defizit mit etwa 0,2 Milliarden Euro noch deutlich niedriger. Der Umsatz sank im gleichen Zeitraum um 13 Prozent auf etwa 45,2 Milliarden Euro. Auch im operativen Bereich verzeichnete der Konzern Verluste. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel auf ein Minus von fast einer Milliarde Euro – nach einem positiven Ergebnis von rund 1,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

Schwarze Zahlen in Sichtweite

Die Bahn gab an, dass sie bei den hohen Investitionen in die Infrastruktur in Vorleistung gegangen ist. In diesem Jahr sollen die Mittel vom Bund ausgeglichen werden. Dann will der Konzern zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreiben. Die Bahn investierte 2023 demnach rund 7,6 Milliarden Euro aus Eigenmitteln in die dringend notwendige Ertüchtigung der Infrastruktur.

Im letzten Jahr führten überlastete Strecken und ein an vielen Stellen sanierungsbedürftiges Netz zu einer hohen Unpünktlichkeit. Fast jeder dritte Fernzug hatte Verspätung. Bahn und Bund planen daher, in den nächsten Jahren so viel zu investieren wie nie zuvor, um die Infrastruktur wieder instand zu setzen. Dies wird jedoch zu einer hohen Bautätigkeit führen, die den Verkehr in den kommenden Jahren voraussichtlich weiterhin beeinträchtigen wird. Trotz der hohen Unzuverlässigkeit blieb die Nachfrage im Bahnverkehr hoch. Die Bahn verzeichnete 2023 rund 1,8 Milliarden Fahrten, was einem Anstieg von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Auch DB Cargo und DB Schenker kämpfen

Die anhaltenden wirtschaftlichen Probleme bei der Güterverkehrstochter DB Cargo und ein sich abkühlender Transportmarkt führten ebenfalls zu den schlechten Zahlen in diesem Jahr, was vor allem die ansonsten gut laufende Logistiktochter DB Schenker zu spüren bekam.

dpa