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Homeoffice-Jobs auf dem Vormarsch,Arbeitsmarktexperte: "Homeoffice wird zum wichtigen Argument im Kampf um Fachkräfte."

Stellenangebote für Homeoffice-Jobs haben innerhalb von fünf Jahren erheblich zugenommen und sind auch nach der Pandemie im Aufwind.

Vor Beginn der Pandemie hat Homeoffice in Deutschland fast keine Rolle gespielt.
Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Laut einer Analyse haben Stellenangebote für Homeoffice-Jobs innerhalb von fünf Jahren signifikant zugenommen – und das gilt auch nach der Pandemie.

Der Anteil an Online-Stellenanzeigen mit Homeoffice-Möglichkeit habe sich seit 2019 auf fast 18 Prozent im Jahr 2023 verfünffacht, berichtete die Bertelsmann Stiftung. Bei dem auch nach Ende der Corona-Pandemie weiter anhaltenden Wachstumstrend zeigten sich allerdings Unterschiede je nach Region und Branche. «Deutsche Homeoffice-Hauptstadt» ist demnach Düsseldorf. 

In der IT-Branche gibt es besonders viele Angebote, wo Homeoffice (HO) schon fast standardmäßig angeboten wird. Die Stiftung hat insgesamt 55 Millionen Online-Stellenanzeigen analysiert. Die Analyse zeigt, was Unternehmen ausschreiben, gibt aber keine Informationen darüber, wie stark diese Angebote genutzt werden.

Vor Beginn der Pandemie habe HO in Deutschland fast keine Rolle gespielt: 2019 wurde nur in 3,7 Prozent aller Online-Stellenangeboten die Möglichkeit zum Homeoffice eröffnet. Bis 2022 stieg das Angebot auf 16,8 Prozent und liegt laut Studie inzwischen bei 17,6 Prozent der untersuchten Online-Stellenanzeigen. «Homeoffice hat sich in vielen Branchen nicht nur etabliert. Es wird zum wichtigen Argument im Kampf um die Fachkräfte», bilanzierte Arbeitsmarktexperte Gunvald Herdin von der Bertelsmann Stiftung.

Für Handwerker keine Alternative zur Arbeit in Präsenz

Die HO-Angebote für Fremdsprachenlehrerinnen und -lehrer haben eine Homeoffice-Quote von 72 Prozent, was vermutlich auf die vielen virtuellen Kursangebote zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu liegen Berufe im Handwerk oder in der Altenpflege am untersten Ende der Skala für das Jahr 2023, da es dort praktisch keine Alternative zur Präsenzarbeit gibt.

Die Analyse zeigt auch ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land. In den Ballungsräumen haben sich mehr Unternehmen angesiedelt, die ihren Mitarbeitenden Beschäftigung im HO anbieten. Die Quote liegt in Großstädten bei rund 26 Prozent. Für die NRW-Landeshauptstadt wurde ein Anteil von 34,1 Prozent für 2023 unter den Online-Stellenangeboten berechnet, gefolgt von Frankfurt am Main (33,6 Prozent) und Stuttgart (32,9 Prozent). In dünn besiedelten Kreisen hingegen gab es extrem wenige HO-Angebote.

dpa