Mit Filialschließungen reagierte das Luxuslabel auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Nun geht das schwäbische Unternehmen noch einen Schritt weiter.
Hugo Boss trennt sich von Russland-Geschäft

Hugo Boss trennt sich von seinem Russland-Geschäft. Der Modekonzern bestätigte Medienberichte, wonach seine russische Tochtergesellschaft an den langjährigen Großhandelspartner Stockmann JSC verkauft worden sei. «Stockmann ist ein Unternehmen, welches einem der langjährigen Großhandelspartner von Hugo Boss in Russland gehört. In der Folge wird Hugo Boss in Russland nicht mehr mit einer eigenen Tochtergesellschaft vertreten sein», sagte ein Unternehmenssprecher. Die russischen Behörden hätten bereits zugestimmt.
Nachdem der russische Angriffskrieg in der Ukraine begonnen hatte, schloss Hugo Boss im März 2022 eigenen Angaben zufolge seine Filialen in Russland und stellte auch das Online-Geschäft ein. Laut dem Label machte das Russland-Geschäft zusammen mit der Ukraine im Jahr 2021 rund drei Prozent des Konzernumsatzes aus.
Kostensparprogramm
Bei Hugo Boss läuft es gerade nicht optimal. Der Modekonzern kündigte nach einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal an, sparen zu wollen. Man trage dem aktuellen Marktumfeld Rechnung und werde die Kostendisziplin verstärken, hatte Konzernchef Daniel Grieder bei der Vorlage endgültiger Zahlen angekündigt. Neben Einsparpotenzialen in der Beschaffung will das Unternehmen auch die Kosten etwa in Vertrieb, Marketing und Verwaltung senken. Zudem soll die Kostenstruktur im Einzelhandel «an die aktuellen Besuchertrends» angepasst werden.
Die Maßnahmen sollen die Ergebnisentwicklung in der zweiten Jahreshälfte unterstützen. Ein schwächeres Konsumklima und höhere Kosten für Marketing und im stationären Einzelhandel führten zu sinkenden Erlösen und einem Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Unter dem Strich verdiente Hugo Boss mit 37 Millionen Euro rund die Hälfte des Vorjahreswertes. Das Unternehmen hatte bereits Mitte Juli vorläufige Zahlen vorgelegt und die Prognose für das Gesamtjahr gekappt. Im vergangenen Jahr verzeichnete Hugo Boss einen Umsatzrekord.
Neue Wachstumsstrategie
Vor drei Jahren hatte das Metzinger Unternehmen eine neue Wachstumsstrategie «Claim 5» mit dem Ziel einer Umsatzverdoppelung auf 4 Milliarden Euro bis 2025 vorgestellt. «Unsere Vision ist es, die weltweit führende technologiegesteuerte Modeplattform zu werden. Wir werden die Art und Weise, wie wir mit den Konsumenten interagieren, maßgeblich verändern», hatte Grieder angekündigt. «Unser Ziel ist es, unseren Umsatz bis zum Jahr 2025 auf 4 Mrd. Euro zu verdoppeln und eine der 100 weltweit führenden Marken zu werden.» Jetzt rechnet das Unternehmen beim Umsatz im Jahr 2024 nur noch mit einem Plus von ein bis vier Prozent auf 4,20 bis 4,35 Milliarden Euro. Bisher hatte Hugo Boss mit drei bis sechs Prozent Umsatzanstieg gerechnet.








