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Hunderte Jobs bleiben: Chemiewerk Leuna "in letzter Minute" gerettet

Die drohende Stilllegung des Chemiewerks Leuna ist abgewendet. Eine neu gegründete Auffanggesellschaft sichert 436 Arbeitsplätze, während die Branche weiterhin mit Herausforderungen kämpft.

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Hunderte Jobs bleiben: Chemiewerk Leuna
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Wirtschaft

Rettung für Chemiewerk Leuna: Hunderte Arbeitsplätze gesichert

01.04.2026, 11:50 Uhr

Gute Nachrichten sind in der Chemiebranche derzeit rar gesät.

Die drohende Schließung des Chemiewerks in Leuna, Sachsen-Anhalt, konnte abgewendet werden. Das Werk Domo Caproleuna wurde an eine neu gegründete Auffanggesellschaft übergeben, wie Insolvenzverwalter Lucas Flöther mitteilte.

Domo in Leuna ist einer von drei Standorten des belgischen Chemieunternehmens Domo Chemicals. Dort wird hauptsächlich Kunststoff produziert, der in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche Verwendung findet. Die neue Gesellschaft übernimmt den Standort sowie die Immobilie in Leuna und sichert 436 der zuletzt rund 500 Arbeitsplätze.

Die deutsche Chemieindustrie sieht sich seit Jahren mit Herausforderungen konfrontiert: Hohe Energiekosten, US-Zölle, eine schwache Konjunktur und Überkapazitäten auf dem Weltmarkt setzen der Branche zu. Der Krieg im Iran hat die Situation zusätzlich verschärft, da die energieintensive Chemiebranche besonders unter dem Anstieg der Öl- und Gaspreise leidet. Unternehmen wie BASF haben bereits Sparmaßnahmen und Stellenabbau angekündigt und teilweise Produktionsanlagen stillgelegt. Dies hat auch Auswirkungen auf das sogenannte Chemiedreieck in Sachsen-Anhalt, wo sich eine Zulieferindustrie etabliert hat.

Rettung in letzter Minute

„Das war eine Rettung in letzter Minute in einem in jeder Hinsicht ungewöhnlichen Verfahren“, erklärte Insolvenzverwalter Flöther, der den Geschäftsbetrieb seit Ende Dezember aufrechterhält. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel hätte das Chemiewerk unter normalen Umständen im Januar geschlossen werden müssen.

Allerdings war dies nicht möglich, da die Anlagen bei winterlichen Temperaturen nicht ohne Umweltgefahren sicher heruntergefahren werden konnten. Aus Gründen der Gefahrenabwehr finanzierte das Land Sachsen-Anhalt einen Notbetrieb.

Die Situation verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen die Chemiebranche steht, und die Bedeutung von Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen in dieser kritischen Zeit.

TS