Mobiles Menü schließen
Startseite Schlagzeilen

IEA: Erneuerbare Energie überrundet Kohle bei Stromerzeugung

Schon im nächsten Jahr könnte mehr Strom aus erneuerbarer Energie als auch Kohle gewonnen werden, prognostiziert die Internationale Energieagentur. Die CO2-Emissionen werden aber nur leicht sinken.

Der Stromverbrauch zieht weltweit an.
Foto: Laurent Cipriani/AP/dpa

Laut einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der Anteil erneuerbarer Energien an der weltweiten Stromerzeugung im Jahr 2025 erstmals die Menge der aus Kohle erzeugten Energie übertreffen. Die IEA in Paris teilt mit, dass eine schnelle Zunahme der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien erwartet wird, wobei ihr Anteil an der globalen Stromversorgung von 30 Prozent im Jahr 2023 auf 35 Prozent im Jahr 2025 steigen soll.

https://x.com/fbirol/status/1814163636450910471

Stromnachfrage steigt

Auch im laufenden Jahr wird die weltweite Stromnachfrage voraussichtlich um etwa vier Prozent steigen, im Gegensatz zu 2,5 Prozent im Jahr 2023. Der Verbrauch wird auch 2025 voraussichtlich um weitere vier Prozent steigen. Die IEA prognostiziert, dass die Photovoltaik allein etwa die Hälfte des Anstiegs der weltweiten Stromnachfrage in diesem und im nächsten Jahr abdecken wird – wobei Solar- und Windenergie zusammen sogar drei Viertel des Wachstums ausmachen werden.

Die Energieagentur nennt als Gründe für den steigenden Stromverbrauch eine starke Wirtschaftstätigkeit in wichtigen Volkswirtschaften wie Indien, China und den USA. In der EU hingegen wird die Stromnachfrage mit einem prognostizierten Wachstum von 1,7 Prozent weniger stark zunehmen. Auch Hitzewellen mit der verstärkten Nutzung von Klimaanlagen treiben den Stromverbrauch in die Höhe, ebenso wie der expandierende Rechenzentrumssektor, der zur Kühlung Strom benötigt.

Prognose: Weiterhin viel Kohle-Verstromung

Trotz des starken Anstiegs bei den erneuerbaren Energien wird die weltweite Stromerzeugung aus Kohle zumindest in diesem Jahr aufgrund des starken Nachfragewachstums, insbesondere in China und Indien, wahrscheinlich nicht zurückgehen, so die IEA. Infolgedessen stagnierten die Kohlendioxid-Emissionen des globalen Stromsektors, mit einem leichten Anstieg im Jahr 2024, gefolgt von einem Rückgang im Jahr 2025.

«Das Wachstum der weltweiten Stromnachfrage in diesem und im nächsten Jahr wird zu den schnellsten der letzten zwei Jahrzehnte gehören, was die wachsende Rolle der Elektrizität in unseren Volkswirtschaften sowie die Auswirkungen schwerer Hitzewellen verdeutlicht», sagte der IEA-Direktor für Energiemärkte und Sicherheit, Keisuke Sadamori. «Es ist ermutigend zu sehen, dass der Anteil der sauberen Energie am Strommix weiter steigt, aber dies muss viel schneller geschehen, um die internationalen Energie- und Klimaziele zu erreichen.»

dpa