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Deutsche Wirtschaft: Ifo-Institut erhöht Wachstumsprognose

Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich langsam aus der Krise und es entsteht neue Hoffnung. Nächstes Jahr wird ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent erwartet.

Die Zahl der Erwerbstätigen wird voraussichtlich leicht steigen.
Foto: Jan Woitas/dpa

Das Ifo-Institut hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im laufenden Jahr von 0,2 auf 0,4 Prozent erhöht. «Die deutsche Wirtschaft arbeitet sich langsam aus der Krise», sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser in Berlin. Es sei noch kein Sommermärchen, aber «es entsteht gerade neue Hoffnung». Nächstes Jahr erwartet das Münchner Institut ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent.

Die Kaufkraft der privaten Haushalte nimmt zu. Der weltweite Handel und die Industrieproduktion dürften sich ab der zweiten Jahreshälfte weiter erholen. Die Lockerung der Geldpolitik unterstützt Investitionen, sagte der Konjunkturforscher. Das Ifo-Institut rechnet mit zwei weiteren Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank im laufenden Jahr.

Staatsdefizit wird deutlich sinken

Die Inflation wird voraussichtlich weiterhin auf 2,2 Prozent in diesem Jahr und 1,7 Prozent im nächsten Jahr zurückgehen. Die Anzahl der Arbeitslosen wird jedoch in diesem Jahr von 2,6 Millionen auf 2,7 Millionen steigen. Dies entspricht einer Quote von 5,9 Prozent. Im kommenden Jahr soll die Arbeitslosenzahl dann wieder auf 2,6 Millionen sinken. Die Anzahl der Erwerbstätigen wird voraussichtlich leicht ansteigen von 45,9 Millionen in diesem Jahr auf 46,1 Millionen und im nächsten Jahr auf 46,2 Millionen.

Das Ifo-Institut schätzt, dass das Staatsdefizit im laufenden Jahr von 99 Milliarden auf 73 Milliarden Euro sinken wird und im nächsten Jahr auf 54 Milliarden Euro. Der umstrittene Überschuss der Leistungsbilanz wird voraussichtlich von 258 Milliarden auf 312 Milliarden Euro und dann auf 306 Milliarden Euro steigen.

Die anderen Institute, die gemeinsam mit dem Ifo-Institut im Herbst und im Frühjahr die Gemeinschaftsdiagnosen für die Bundesregierung erstellen, haben ihre Prognosen letzte Woche vorgestellt. Sie gehen davon aus, dass es in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,2 bis 0,4 Prozent, eine Inflation von 2,2 bis 2,4 Prozent und zwischen 2,7 Millionen und 2,8 Millionen Arbeitslosen in Deutschland geben wird. Die EU-Kommission prognostiziert, dass die europäische Wirtschaft insgesamt in diesem Jahr um 1,0 Prozent wachsen wird.

dpa