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Deutsche Wirtschaft schrumpft, Prognose pessimistisch

Insgesamt stottert die deutsche Wirtschaft in eine blutleere Erholung, auch strukturelle Krise belastet.

Das IfW Kiel rechnet für dieses Jahr mit einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung in Deutschland. (Archivbild)
Foto: Carsten Rehder/dpa

Laut der Herbstprognose des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel wird die Wirtschaftsleistung Deutschlands in diesem Jahr voraussichtlich um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen. Der private Konsum ist schwach, und Industrie sowie Bauwirtschaft befinden sich tiefer in der Rezession.

In der Sommerprognose hatte das Institut mit einem Wachstum von 0,2 Prozent gerechnet. «Insgesamt stottert die deutsche Wirtschaft in eine blutleere Erholung, auch weil die Wirtschaftspolitik keine verlässlichen Weichenstellungen vorzunehmen vermag», sagte IfW-Konjunkturchef Stefan Kooths.

Laut dem Institut wird das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2025 und 2026 wieder steigen. Im kommenden Jahr prognostiziert das IfW Kiel ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent; zuvor war jedoch ein Anstieg von 1,1 Prozent erwartet worden. Für das Jahr 2026 wird das Plus laut einer ersten Schätzung 1,1 Prozent betragen.

IfW-Präsident: Krise auch struktureller Natur

«Die deutsche Wirtschaft steckt zunehmend in einer Krise, die nicht nur konjunktureller, sondern auch struktureller Natur ist», sagte IfW-Präsident Moritz Schularick. Die Haushaltskürzungen der Bundesregierung belasteten die Wirtschaft, und die Zinswende der Europäischen Zentralbank komme zu spät. 

Alte Kernindustrien reagierten Schularick zufolge zu lange nicht auf Veränderungen. Die Asyldebatte vergifte den Dialog über die Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland. «Solange das so bleibt, können wir zusehen, wie unser Wachstumspotenzial immer kleiner wird», sagte er. 

dpa