Arbeitnehmer sollen zwischen mehr Geld und mehr Freizeit wählen können. Die Gewerkschaft fragt die Stimmung in Betrieben ab und will im Sommer die Lohnforderung vorlegen.
IG Metall plant Gehaltserhöhungen in Tarifrunde

Die IG Metall will Gehaltserhöhungen in den Mittelpunkt der nächsten Tarifrunde stellen. «Wir werden keine pauschale Verkürzung der Wochenarbeitszeit fordern», sagte Gewerkschaftschefin Christiane Benner der «Rheinischen Post».
Allerdings sollten mehr Arbeitnehmer zwischen mehr Geld und mehr Freizeit wählen können. Schon jetzt hätten sie Anspruch auf freie Tage für Erziehung und Pflege oder wenn sie in Schichten arbeiteten. «Das kann man deutlich ausweiten.»
Benner zufolge fragt die Gewerkschaft derzeit die Stimmung in den Betrieben ab und will im Sommer die Lohnforderung vorlegen. «Schon jetzt zeichnet sich ab: In dieser Tarifrunde wird es vor allem um mehr Geld für die Beschäftigten gehen.»
Der Tarifvertrag für etwa 3,9 Millionen Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie endet am 30. September. Benners Vorgänger Jörg Hofmann hatte bereits angekündigt, bei den Verhandlungen den Fokus auf höhere Löhne und nicht auf kürzere Arbeitszeiten zu legen.
«Ausbildungsboykott muss ein Ende haben»
Die IG Metall hat die Unternehmen aufgefordert, mehr auszubilden. Laut Gewerkschaft sind in Deutschland insgesamt weniger als fünf Prozent der Beschäftigten in ausbildenden Unternehmen Azubis. Die Arbeitgeber in den Branchen der IG Metall liegen mit einer Ausbildungsquote von 4,3 Prozent unter dem Durchschnitt.
Wer nicht oder kaum ausbilde, dürfe kein Fachkräfteproblem beklagen, sagte IG-Metall-Vorstand Hans-Jürgen Urban. «Die Arbeitgeber sollten endlich vom Modus des Jammerns in den Modus der Aktion umschalten. Der Ausbildungsboykott muss ein Ende haben.»








