Die Gewerkschaft mahnt zur Schaffung neuer Jobs in der Industrie und plant Aktionstag für ihre Forderungen.
IG Metall fordert Sofortprogramm für Industriearbeitsplätze

Die IG Metall drängt die zukünftige Bundesregierung zu einem Sofortprogramm zur Sicherung von Industriearbeitsplätzen in Deutschland. «Wir haben keine Zeit zu verlieren, ich glaube sogar: Wir haben nur noch einen Schuss frei», sagte die Erste Vorsitzende der größten deutschen Gewerkschaft, Christiane Benner, in Frankfurt. «Dieses Land braucht jetzt einen Plan für die Zukunft, die Menschen brauchen eine klare Perspektive.»
In der Industrie stehen Tausende Jobs auf der Kippe, zum Beispiel bei Autoherstellern und deren Zulieferern sowie in der Stahlbranche. «Für jeden wegfallenden Arbeitsplatz muss ein neuer entstehen. Alle müssen jetzt ihren Beitrag leisten, um Wertschöpfung im Land zu halten und gleichzeitig neue Arbeitsplätze und Industrien anzusiedeln», mahnte Benner.
Druck auf neue Bundesregierung
Bei einem Aktionstag am 15. März will die IG Metall ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Demonstrationen sind in Frankfurt, Hannover, Köln, Leipzig und Stuttgart geplant. Der Termin sei bewusst auf die Zeit nach der Bundestagswahl gelegt worden, um «während der Koalitionsverhandlungen unsere Forderungen auf die Straße zu bringen», sagte Benner.
Trotz eines anhaltenden Mitgliederrückgangs sieht sich die IG Metall weiterhin stark positioniert. Zum Jahreswechsel 2024/2025 zählte Deutschlands größte Gewerkschaft 2.096.511 Mitglieder. Der Rückgang um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist hauptsächlich auf Stellenabbau in der Metall- und Elektroindustrie zurückzuführen. Im Jahr 2018 hatte die Gewerkschaft noch über 2,27 Millionen Mitglieder, seitdem sind die Zahlen kontinuierlich gesunken.
Streikkasse «ordentlich gefüllt»
Im Gegensatz dazu steigen die Mitgliedsbeiträge seit Jahren kontinuierlich an: Im letzten Jahr beliefen sich die Beitragseinnahmen der IG Metall auf den Rekordwert von 642 Millionen Euro. Das Plus von 22 Millionen Euro innerhalb eines Jahres erklärt die IG Metall mit Tariferhöhungen und einem wachsenden Anteil von Mitgliedern in höheren Gehaltsgruppen.
«Die Streikkasse ist ordentlich gefüllt», sagte Hauptkassiererin Nadine Boguslawski. «In Richtung der Arbeitgeber bedeutet das natürlich auch: Wir sind jederzeit für sehr lang Zeit streikfähig.» Den Großteil der Einnahmen (238 Millionen Euro) steckt die Gewerkschaft in ihre bundesweit mehr als 140 Geschäftsstellen für die Arbeit in den Betrieben und vor Ort.








