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IG Metall will Dialog nach Nein zur Tesla-Erweiterung

Rund zwei Drittel der Einwohner von Grünheide, dem Ort der Tesla-Fabrik, lehnen bei einer Befragung eine Erweiterung des Werksgeländes ab. Nun meldet sich die Gewerkschaft zu Wort.

Autobauer Tesla will auf einer angrenzenden Fläche von rund 170 Hektar einen Güterbahnhof, Lagerhallen und eine Betriebs-Kita errichten.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Die geplante Fabrik-Erweiterung des Elektroautobauers Tesla bei Berlin wird von der IG Metall unterstützt, die angesichts der Bedenken der Bürger zum Dialog aufruft. Nach dem klaren Nein bei einer Bürgerbefragung der Gemeinde Grünheide in Brandenburg forderte die Gewerkschaft das Unternehmen auf, die Sorgen ernst zu nehmen. Tesla plant, die Produktion zu erweitern und das Gelände um einen Güterbahnhof und Logistikflächen zu erweitern. Etwa zwei Drittel der Bewohner von Grünheide stimmten bei der Befragung gegen eine Erweiterung des Geländes.

«Grundsätzlich unterstützt die IG Metall den Ausbau des Werkes, durch den Tausende Arbeitsplätze in der Autoindustrie entstehen», sagte der IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen, Dirk Schulze, der dpa. «Es ist wichtig, dass Tesla den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern sucht und auf die Bedenken und Einwände der Menschen eingeht. Eine Erweiterung mit einer Nahezu-Verdoppelung an Industrie-Arbeitsplätzen wäre aber für das Land Brandenburg und für Berlin und damit eben auch für ein größeres Einzugsgebiet ein Gewinn.»

Kritik: Mehr als 100 Hektar Wald sollen gerodet werden

Der Autobauer plant, auf einem angrenzenden Gelände von etwa 170 Hektar einen Güterbahnhof, Lagerhallen und eine Betriebs-Kita zu bauen. Die Erweiterung erfolgt vor dem Hintergrund, dass Tesla die Produktion auf dem bestehenden Gelände ausbauen und die geplanten 500.000 Autos pro Jahr auf eine Million verdoppeln möchte. Naturschützer und Anwohner sind besorgt darüber, dass für die Erweiterung mehr als 100 Hektar Wald gerodet werden sollen. Die Gemeindevertretung in Grünheide muss dem Bebauungsplan noch zustimmen. Mehrere Gemeindevertreter haben angekündigt, dem Votum der Bürger zu folgen.

Die IG Metall warb erneut für gute und sichere Arbeitsplätze mit Tarifverträgen. «Das Meinungsbild aus der näheren Umgebung ist mit über 60 Prozent Ablehnung der geplanten Erweiterung recht klar ausgefallen», sagte der Bezirksleiter. «Wir denken, das ist auch Ausdruck davon, dass Tesla sich in der Region leider nicht als vorbildlicher Arbeitgeber präsentiert.» Die Gewerkschaft warf dem Unternehmen «schlechten Umgang gegenüber den Beschäftigten» vor, die Firma sei «zugeknöpft gegenüber der Bevölkerung». Tesla hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Vor der Befragung informierte der Autobauer die Bewohner der Region bei einer Info-Tour.

Tesla: Erweiterung ist großer Gewinn für Gemeinde

Tesla bleibt trotz des Neins der Bewohner an einer Erweiterung fest, setzt jedoch auf Kooperation. Das Unternehmen plant, gemäß den Rückmeldungen der vergangenen Wochen, weitere Schritte mit allen Beteiligten abzustimmen. Die logistische Optimierung der Fabrik sei ein großer Vorteil für die Gemeinde. Das Ziel sei, den Lkw-Verkehr auf die Schiene zu verlagern und die Infrastruktur rund um die Fabrik zu verbessern.

Die Beziehung zwischen dem Autobauer und der IG Metall gilt als angespannt. Nach einem Produktionsstopp aufgrund der Lage im Roten Meer wollte die Gewerkschaft vor Gericht mehr Zeit für die geplante zweite Tesla-Betriebsratswahl erwirken. Das Arbeitsgericht Frankfurt (Oder) gab einem Antrag der IG Metall auf einstweilige Verfügung zum Stopp der Wahl statt und verwies auf Verfahrensfehler des Wahlvorstands.

dpa