Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland ist offen für einen Jobwechsel, auch wenn sie mit ihrem aktuellen Job zufrieden sind.
Jobwechsel in Deutschland: Hohe Wechselbereitschaft trotz Zufriedenheit

Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland ist offen für einen Jobwechsel. Laut einer Umfrage im Auftrag des Jobportals Indeed unter 1.000 Arbeitnehmer im Dezember 2025 können sich 57,7 Prozent der Befragten vorstellen, einen anderen Job anzunehmen – knapp drei Prozent mehr als im Vorjahr (55 Prozent). Ein Drittel von ihnen würde gerne bis Mitte des Jahres wechseln.
Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, zufrieden mit ihrem aktuellen Job zu sein. Trotzdem denkt fast die Hälfte von ihnen über einen Wechsel nach. Gründe dafür sind unter anderem eine bessere Bezahlung (41 Prozent), mehr Wertschätzung (32 Prozent) und interne Entwicklungsmöglichkeiten (30 Prozent). Auch schlechte Rahmenbedingungen (26 Prozent) wie fehlendes Homeoffice oder starre Arbeitszeiten sowie Unzufriedenheit mit der Führungskraft (26 Prozent) spielten eine Rolle.
Jobwechsel trotz Zufriedenheit?
Nach Angaben des Jobportals ging die Zahl der Stellenanzeigen im vergangenen Jahr zurück. «Ein abkühlender Arbeitsmarkt sorgt erfahrungsgemäß für Zurückhaltung bei Jobsuchenden und eine hohe Zufriedenheit bindet sie in der Regel an ihr Unternehmen», sagte Indeed-Geschäftsführer Frank Hensgens mit Blick auf die Ergebnisse. «Dass die Wechselbereitschaft dennoch hoch bleibt und das Vorjahresniveau sogar leicht übertrifft, ist daher bemerkenswert.»
Es sei verständlich, dass die Bezahlung eine Rolle spiele, wenn man den Job wechseln möchte, so Hensgens. Jedoch sei auch das Bedürfnis nach Jobsicherheit wichtig. Von den unzufriedenen Erwerbstätigen (7 Prozent), die trotzdem nicht wechseln würden, nannten 57 Prozent einen sicheren Arbeitsplatz als Hauptgrund. Außerdem finden ein Drittel die Bezahlung attraktiv.
Jeder Fünfte befürchtet Jobverlust
Laut den Umfrageergebnissen berichten 71 Prozent der Befragten von einem Personalmangel in der Firma. Trotzdem macht sich jeder fünfte Befragte Sorgen, den Job in diesem Jahr zu verlieren (20 Prozent). Für über die Hälfte von ihnen ist die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung daran schuld. Die meisten hingegen befürchten keinen Jobverlust (63 Prozent).








