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Deutsche Inflation verlangsamt sich im Januar 2024 auf 2,9 Prozent

Die Verbraucherpreise steigen langsamer, aber Nahrungsmittel verteuern sich weiter und Unternehmen planen Preiserhöhungen.

Die Verbraucherpreise lagen um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.
Foto: Marijan Murat/dpa

Die Inflation in Deutschland hat zu Beginn des Jahres 2024 erheblich an Geschwindigkeit verloren. Laut vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise im Januar um 2,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dies entspricht dem niedrigsten Wert seit Juni 2021, als er bei 2,4 Prozent lag. Im Dezember betrug die Jahresteuerungsrate noch 3,7 Prozent.

Laut vorläufigen Daten kostete Energie im Januar trotz einer Erhöhung des CO₂-Preises auf 45 Euro pro Tonne Kohlendioxid (CO₂) 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen um 3,8 Prozent an. Der Anstieg der Preise verlangsamte sich weiterhin nach einem Anstieg von 4,5 Prozent im Dezember und 5,5 Prozent im November.

Ökonomen erwarten weiteren Rückgang der Inflationsrate

Volkswirte rechnen damit, dass die Inflationsrate im laufenden Jahr weiter sinken wird. Allerdings wollen nach Daten des Münchner Ifo-Instituts mehr konsumnahe Unternehmen hierzulande ihre Preise erhöhen.  «Die Inflation dürfte daher in den kommenden Monaten nur langsam sinken», prognostizierte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. 

Laut den befragten Unternehmen dürften die Preise für Nahrungsmittel und Getränke etwas stärker steigen. Gastronomiebesuche und Hotelübernachtungen werden wahrscheinlich teurer. Der Preisdruck bei Bekleidungshändlern hat hingegen etwas nachgelassen. Laut der Ifo-Befragung planen auch Reiseveranstalter etwas weniger Preiserhöhungen als im Dezember.

Laut vorläufigen Daten stiegen die Verbraucherpreise im Januar 2024 um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat Dezember 2023.

Hohe Teuerungsrate belastet Konsumenten

Die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern wird durch höhere Teuerungsraten verringert, wodurch sie sich für einen Euro weniger leisten können. Die Inflation belastete die Menschen auch im letzten Jahr stark. Obwohl die Teuerungsrate im Jahresschnitt mit 5,9 Prozent niedriger war als 2022 mit damals 6,9 Prozent, war es immer noch der zweithöchste Wert seit der Wiedervereinigung. Nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022 stiegen insbesondere Energie- und Lebensmittelkosten sprunghaft an und trieben die Inflation insgesamt an.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Ziel, mittelfristig stabile Preise im Euroraum mit einer Inflation von 2,0 Prozent anzustreben. Um die hohe Inflation einzudämmen, hat die EZB seit Sommer 2022 zehnmal hintereinander die Leitzinsen im Euroraum erhöht. Durch höhere Zinsen werden Kredite teurer, was die Nachfrage drosseln und hohen Inflationsraten entgegenwirken kann. Allerdings stellen teurere Kredite gleichzeitig eine Belastung für die Wirtschaft dar, da kreditfinanzierte Investitionen teurer werden.

dpa