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Deutsche Inflation gewinnt an Tempo im Mai

Verbraucherpreise steigen um 2,4 Prozent, vor allem Dienstleistungen verteuern sich, während Energie und Nahrungsmittel die Teuerung dämpfen.

Menschen können sich für einen Euro weniger leisten.
Foto: Patrick Pleul/dpa

Die Inflation in Deutschland hat im Mai zum ersten Mal in diesem Jahr wieder etwas an Tempo gewonnen. Die Verbraucherpreise lagen um 2,4 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Behörde bestätigte damit vorläufige Daten. Die Inflationsrate ziehe vor allem wegen der weiterhin steigenden Dienstleistungspreise wieder etwas an, erläuterte Behördenchefin Ruth Brand. «Die Energie- und Nahrungsmittelpreise dämpfen dagegen seit Jahresbeginn die Gesamtteuerung». Der Rückgang der Inflation war bereits im April bei einer Rate von 2,2 Prozent ins Stocken geraten.

Vor mehr als einem Jahr mussten Verbraucher im Mai für Dienstleistungen zahlen (plus 3,9). Die Preise für Versicherungen stiegen besonders deutlich um 13,0 Prozent. Die Kosten für Dienstleistungen sozialer Einrichtungen erhöhten sich um 7,7 Prozent, während der Besuch in Gaststätten um 6,9 Prozent teurer wurde.

Lebensmittel waren im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,6 Prozent teurer. Besonders günstiger wurden Molkereiprodukte (minus 5,1 Prozent) und frisches Gemüse (minus 3,5 Prozent) innerhalb eines Jahres. Dagegen stiegen die Preise für Speisefette und Speiseöle deutlich an (plus 8,4 Prozent, einschließlich Olivenöl: plus 48,5 Prozent).

Energieprodukte haben sich um 1,1 Prozent verbilligt, obwohl seit dem 1. April für Erdgas und Fernwärme wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gilt. Um die hohen Energiepreise aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine abzumildern, hatte die Politik die Mehrwertsteuer vorübergehend auf 7 Prozent gesenkt.

Abschwächung der Inflation im Vergleich zu letztem Jahr

Laut Angaben stiegen die Verbraucherpreise im Mai im Vergleich zum Vormonat April um 0,1 Prozent. Die Behörde bestätigte auch in diesem Fall vorläufige Daten. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft der Verbraucher. Die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten.

Die extrem hohen Inflationsraten der vergangenen beiden Jahre sind nun Vergangenheit. Im Durchschnitt des Jahres erwarten führende Wirtschaftsforschungsinstitute eine signifikante Abschwächung der Inflation in Europas größter Volkswirtschaft auf 2,3 Prozent nach noch 5,9 Prozent im vergangenen Jahr.

„Der Zug nach Berlin fährt um 10:30 Uhr ab.“ Um 10:30 Uhr fährt der Zug nach Berlin ab.

dpa