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ING revolutioniert Baufinanzierung mit KI-Unterstützung

Baufinanzierungen werden bald in nur 30 Minuten geprüft und zugesagt. Künstliche Intelligenz beschleunigt den Prozess, während ein Mensch die endgültige Entscheidung trifft.

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Die Direktbank will das Geschäft mit Baufinanzierungen mit moderner Technik deutlich beschleunigen. (Archivbild)
Foto: Arne Dedert/dpa

Die Direktbank ING will Baukredite mit KI-Unterstützung bald deutlich schneller vergeben und so nach einem erneuten Gewinnrückgang punkten. «Ab Frühjahr werden wir Baufinanzierungen in etwa 30 Minuten prüfen und zusagen können», kündigte ING-Deutschland-Chef Lars Stoy in Frankfurt an. Derzeit dauert das nach Angaben des Instituts etwa sechs Tage.

Künstliche Intelligenz soll bei dieser «Instant Baufi» an einer zentralen Stelle zum Einsatz kommen: bei der automatisierten Beschaffung zentraler Objektdaten wie Grundstücksgröße oder Wohnfläche aus öffentlichen und amtlichen Quellen ohne weitere Unterlagen. Es folgt – mit Zustimmung des Kunden – eine ebenfalls automatisierte Bonitätsprüfung durch einen digitalen Blick ins Konto desjenigen, der eine Baufinanzierung beantragt hat.

ING betont: KI entscheidet nicht über Kreditvergabe

Die Bank betont: Auch wenn es eine umfangreiche technische Unterstützung gibt, ist es letztendlich ein Mensch, der darüber entscheidet, ob der Kredit genehmigt wird oder nicht. KI trägt jedoch dazu bei, die Entscheidung zu beschleunigen.

Zum Marktstart wird «Instant Baufi» den Angaben zufolge exklusiv über die ING-Tochter Interhyp verfügbar sein. «Wir werden 15 bis 20 Prozent dieser Finanzierungen instant prüfen und entscheiden können», sagte Stoy.«Diesen Anteil werden wir sukzessive steigern.» 

Im letzten Jahr stieg das zugesagte Neugeschäft der ING Deutschland in der Baufinanzierung im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro. Etwa zwei Drittel davon wurden über den Baufinanzierungsvermittler Interhyp abgewickelt.

Erneuter Gewinnrückgang

Nach dem Rekordjahr 2023 verzeichnete die Direktbank, die zu 100 Prozent zur niederländischen Großbank ING gehört, den zweiten Rückgang in Folge beim Gewinn. Trotz des weiteren Anstiegs der Zahl der Privatkunden von gut 9,9 Millionen auf 10,1 Millionen Ende des vergangenen Jahres. Sowohl das Ergebnis vor Steuern mit rund 1,9 (Vorjahr: 2,12) Milliarden Euro als auch der Überschuss mit rund 1,3 (1,43) Milliarden Euro lagen 2025 unter den Vorjahreswerten.

dpa