Der Ölpreis erreicht aufgrund des Iran-Kriegs Rekordhöhen, mit einem Anstieg der Rohölsorte Mars auf den höchsten Stand seit April 2020. Analysten warnen vor möglichen weiteren Preissteigerungen, sollte der Konflikt anhalten.
Iran-Krieg: Preis für Rohölsorte Mars auf Rekordhoch

Infolge des Iran-Kriegs hat der Ölpreis in dieser Woche ein Rekordhoch erreicht, das zuletzt vor fast zwei Jahren verzeichnet wurde. Am Freitag schloss der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent bei 92,69 Dollar, was einem Anstieg von acht Prozent im Vergleich zum Vortag und 27,88 Prozent im Vergleich zur Vorwoche entspricht. Die US-Sorte WTI verzeichnete einen Zuwachs von über zwölf Prozent und schloss bei 90,90 Dollar. Die Märkte sind nervös, Gold gefragt.
Der Preis für die Rohölsorte Mars Sour, die im Golf von Mexiko gefördert wird, notierte laut Händlern mit einem Aufschlag von elf Dollar auf die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI). Dies stellt den höchsten Wert seit April 2020 dar und bedeutet einen Anstieg um vier Dollar im Vergleich zum Vortag. Vor einer Woche lag der Aufschlag noch bei 1,50 Dollar.
Prognosen und geopolitische Risiken
Analysten von Barclays schätzen, dass der Preis für ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent auf bis zu 120 Dollar steigen könnte, falls der Konflikt im Nahen Osten mehrere Wochen andauert. Die gegenwärtigen Risiken seien laut den Analysten größer als während des Russland-Ukraine-Kriegs. In einem extremen Szenario könnte die Bank sogar einen Anstieg auf 150 Dollar noch in diesem Monat für möglich halten.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor eine bedingungslose Kapitulation des Iran gefordert. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs ist die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öltransports verläuft, de facto blockiert. Diese Meerenge wird vom iranischen Militär kontrolliert.
Angriffe auf Öl-Infrastruktur
Am Freitag wehrte Saudi-Arabien nach offiziellen Angaben einen Drohnenangriff des Iran auf das große Ölfeld Schaiba ab. Sechs Drohnen wurden abgefangen und zerstört, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Zudem wurde eine ballistische Rakete, die auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan abgefeuert wurde, ebenfalls abgefangen.
Vor wenigen Tagen wurde in Saudi-Arabien eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Ras Tanura im Osten des Landes mutmaßlich mit iranischen Drohnen angegriffen. Auch diese Drohnen wurden nach amtlichen Angaben abgefangen und zerstört. Aramco betreibt ebenfalls das Ölfeld Schaiba.
Marktanalyse und mögliche Auswirkungen
Analyst Homayoun Falakshahi von Kpler erklärte, dass Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate in der Lage sind, die Meerenge teilweise zu umgehen. Dennoch sind etwa 8,7 Millionen Barrel pro Tag blockiert. Jeder Tag, an dem die Lieferungen nicht wieder aufgenommen werden, führt dazu, dass der Ölmarkt das verlorene Angebotsvolumen nach oben korrigiert, so die Analysten der ING-Bank. Die Börse reagiert auf den Iran-Krieg. Ole R. Hvalbye von SEB bezeichnete die Entwicklung als dramatisch und äußerte Bedenken hinsichtlich langfristiger Folgen und einer möglichen Rezession.
Angesichts der angespannten Situation auf dem Ölmarkt hat US-Finanzminister Scott Bessent die Möglichkeit einer weiteren Lockerung der Sanktionen auf russisches Öl angesprochen. „Wir könnten weitere russische Öllieferungen von Sanktionen befreien“, sagte Bessent in einem Interview mit Fox Business. Händler bewerten den US-Iran-Konflikt.
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Bildquelle: Strange Happenings auf Pexels








