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Citigroup zahlt Millionenstrafe wegen irrtümlicher Aktienverkäufe

Die britische Finanzmarktaufsicht FCA bemängelte die mangelhaften Kontrollen der Bank, die zu ungewollten Verkäufen im Wert von 1,4 Milliarden Dollar führten.

Das Logo der Citigroup über einem Handelsposten auf dem Parkett der New York Stock Exchange.
Foto: Richard Drew/AP/dpa

Die US-Großbank Citigroup muss in Großbritannien eine Millionenstrafe zahlen, weil irrtümliche Aktienverkäufe getätigt wurden. Ein Aktienhändlerfehler führte im Jahr 2022 zum ungewollten Verkauf von Papieren im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar (1,3 Mrd Euro). Die britische Finanzmarktaufsicht FCA gab bekannt, dass die internen Kontrollen der Bank nicht ausreichend waren, um dies zu verhindern. Sie kritisierte die Systeme und Kontrollmechanismen der Bank.

Insgesamt zahlt die Citigroup nun 61,6 Millionen britische Pfund (ca. 72 Mio Euro) an Strafen. Die Summe setzt sich aus zwei Teilen zusammen – einer Strafe der FCA selbst und einer weiteren, die von der Finanzdienstleistungsaufsicht PRA verhängt wurde.

Ein Aktienhändler verursachte den Schaden. Ursprünglich plante er, Papiere im Wert von 58 Millionen Dollar zu verkaufen. Durch einen Eingabefehler entstand jedoch ein Aktienpaket im Wert von 444 Milliarden Dollar, wie von der FCA berichtet. Die Kontrollsysteme der Bank konnten einen Teil der unerwünschten Verkäufe verhindern, aber nicht alle. Schließlich wurden Aktien im Wert von etwa 1,4 Milliarden Dollar an europäischen Börsen verkauft, bevor der Händler den Auftrag stornierte.

«Einige Primärkontrollen fehlten oder waren mangelhaft», schrieb die FCA. Vor allem habe es keine harte Sperre gegeben, die diesen großen Aktienkorb insgesamt abgelehnt und verhindert hätte, dass etwas davon auf den Markt gelangt.

Im Börsenindex OMX Stockholm 30 löste der Fehler einen fünfminütigen Ausverkauf aus und führte zu Chaos an Börsen von Paris bis Warschau. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wurde dabei zeitweise ein Börsenwert von etwa 300 Milliarden Euro vernichtet.

dpa