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IWF rechnet mit stärkerem Wachstum der deutschen Wirtschaft

Deutschland könnte 2026 aus Sicht des IWF stärker wachsen als andere G7-Länder und nicht mehr Schlusslicht unter den großen westlichen Industrienationen sein. Warum der IWF nun optimistischer ist.

Die deutsche Wirtschaft wird 2026 nach neuester IWF-Prognose stärker zulegen als bislang erwartet. (Archivbild)
Foto: Hendrik Schmidt/dpa

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Die IWF-Experten sind optimistischer als die Bundesbank und das Ifo-Institut, aber vorsichtiger als die Bundesregierung, die ein Wachstum von 1,3 Prozent erwartet. Die Bundesregierung setzt auf die Nachfrage im Inland, um das Wachstum zu fördern. Stabile Preise, Lohnsteigerungen und Entlastungen führen zu höheren Einkommen der Privathaushalte. Die IWF-Experten erwarten für 2027 weiterhin ein Wachstum von 1,5 Prozent.

Deutschland nicht mehr Schlusslicht in G7-Gruppe

Gemäß der IWF-Prognose wird Deutschland im laufenden Jahr stärker wachsen als andere G7-Länder: Nachdem die Bundesrepublik im vergangenen Jahr noch das Schlusslicht unter den großen westlichen Industrienationen der Gruppe bildete, hinken nun Japan und Italien mit einem prognostizierten Wachstum von 0,7 Prozent hinterher. Auch Frankreich dürfte sich mit 1,0 Prozent etwas schwächer entwickeln als Deutschland.

Der IWF erwartet für die Eurozone in diesem Jahr nun ein Plus von 1,3 Prozent (Oktober: 1,2 Prozent). Für 2027 prognostizieren die Experten weiterhin ein Konjunkturplus von 1,4 Prozent. Das etwas schnellere Wachstum im nächsten Jahr spiegelt die erwarteten höheren Ausgaben im öffentlichen Sektor wider, insbesondere in Deutschland. Auch Irland und Spanien sollen sich stark entwickeln. Der Effekt der Erhöhung der Verteidigungsausgaben wird sich jedoch erst in den Folgejahren bemerkbar machen, da diese über mehrere Jahre verteilt geplant sind.

Laut dem IWF dürften sich die USA erneut besser entwickeln als erwartet. Das Wachstum für dieses Jahr wird voraussichtlich 2,4 Prozent betragen, im Oktober waren es noch 2,1 Prozent. Ein Grund dafür ist der niedrigere Leitzins, den die US-Notenbank Federal Reserve im vergangenen Jahr mehrmals gesenkt hat. Zudem werden die negativen Auswirkungen der US-Zölle auf die heimische Wirtschaft allmählich abnehmen. Für 2027 prognostizieren die Experten dann ein Abschwächen auf 2,0 Prozent, im Oktober waren es noch 2,1 Prozent.

Mit diesen Wachstumswerten rechnet der IWF

Land2026 (bisherige Prognose)2027 (bisherige Prognose)
Deutschland1,1 Prozent (0,9 Prozent)1,5 Prozent (1,5 Prozent)
Eurozone1,3 Prozent (1,2 Prozent)1,4 Prozent (1,4 Prozent)
USA2,4 Prozent (2,1 Prozent)2,0 Prozent (2,1 Prozent)
China4,5 Prozent (4,2 Prozent)4,0 Prozent (4,2 Prozent)
Weltweit3,3 Prozent (3,1 Prozent)3,2 Prozent (3,2 Prozent)

IWF: Viele Abwärtsrisiken für Weltwirtschaft

Auch die Weltwirtschaft dürfte nun laut IWF mit 3,3 Prozent (Oktober: 3,1) etwas stärker zulegen. Für 2027 bleiben die Experten bei ihrem Ausblick von 3,2 Prozent. Insgesamt sehen die Experten mehr Abwärtsrisiken als Aufwärtspotenzial: Mit Sorge verweisen sie auf ein mögliches Platzen der Blase rund um Künstliche Intelligenz, die zu «einem Investitionsrückgang und einer abrupten Korrektur an den Finanzmärkten» führen könnte. Die Konsequenzen könnten dann auch andere Branchen treffen. Sollte die KI-Blase doch nicht platzen, könnte Künstliche Intelligenz nachhaltig das Wachstum ankurbeln.

Zudem warnte der IWF davor, dass sich Handelskonflikte weiter verschärfen und damit die Wirtschaftsproduktivität stärker belasten könnten als gedacht. «Innenpolitische oder geopolitische Spannungen könnten ausbrechen, neue Unsicherheiten schaffen und die Weltwirtschaft durch ihre Auswirkungen auf Finanzmärkte, Lieferketten und Rohstoffpreise stören», heißt es weiter.

dpa