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Jeder dritte Fernzug der Deutschen Bahn 2023 mit Verspätung

Seit 2020 geht die Pünktlichkeit der Bahn rapide bergab. Die Bilanz für das vergangene Jahr fällt noch etwas schlechter aus als jene für 2022. Schnelle Abhilfe ist nicht in Sicht.

Verpätungen bei der Bahn.
Foto: Fabian Sommer/dpa

Etwa 36 Prozent der Fernzüge der Deutschen Bahn (DB) waren im letzten Jahr unpünktlich, wie ein Sprecher der DB in Berlin bekannt gab. Mehr als 5:59 Minuten Verspätung hatten 36 Prozent der Halte. Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr betrug somit 64 Prozent, im Jahr 2022 waren es noch 65,2 Prozent.

Ein DB-Sprecher nannte die vielen Baustellen als Begründung. Die Schienen-Infrastruktur in Deutschland gilt als marode, viele Strecken sind dringend sanierungsbedürftig und daher anfällig für Störungen.

«Rund 75 Prozent der Fernverkehrszüge wurden Ende des Jahres auf ihrer Fahrt durch mindestens eine Baustelle ausgebremst», teilte die DB mit. Das zunächst ausgegebene Pünktlichkeitsziel von mehr als 70 Prozent im Fernverkehr hatte der Konzern schon vor einigen Monaten einkassiert.

91,0 Prozent im Regionalverehr

Laut Definition wird ein Halt als pünktlich betrachtet, wenn der Zug weniger als 6:00 Minuten Verspätung hat. Im Regionalverkehr traf dies auf 91,0 Prozent der Züge zu, im Vergleich zu 91,8 Prozent im Jahr 2022. Im Jahr 2020 wurden noch 95,6 Prozent der Halte im Regionalverkehr und 81,8 Prozent im Fernverkehr rechtzeitig erreicht.

Es ist unwahrscheinlich, dass die Pünktlichkeitsquote in den nächsten Monaten aufgrund des Zustands des Streckennetzes wieder deutlich steigen wird. Die Bahn plant, bis 2030 Dutzende von Strecken durch sogenannte Generalsanierung zu Hochleistungskorridoren zu machen.

Es sind jedoch erneut viele Baustellen erforderlich, bevor es so weit ist. Bei einer Generalsanierung wird die jeweilige Strecke in der Regel für mehrere Monate vollständig gesperrt.

Pünktlichster und unpünktlichster Tag jeweils im Dezember

Laut der Bahn war der 22. Dezember der Tag mit der geringsten Pünktlichkeit des Jahres. Während des Weihnachtsverkehrs sorgte Sturmtief Zoltan für Verwirrung im gesamten deutschen Verkehr, einschließlich des Bahnverkehrs. Laut dem Konzern lag die Pünktlichkeitsquote der Bahn an diesem Tag im Fernverkehr bei 35,6 Prozent.

Am 31. Dezember wurden 84,2 Prozent der Fernverkehrshalte pünktlich erreicht, was die Bahn zu ihrem besten Ergebnis an diesem Silvestertag führte.

dpa