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Jeder vierte Maschinenbauer plant Personalabbau

Seit Monaten macht die Konjunkturflaute den Betrieben zu schaffen. Mit Blick nach vorn überwiegt Skepsis. Die Branche fordert politische Reformen.

VDMA: Stimmung und Lage im Maschinen- und Anlagenbau bleiben angespannt (Archivbild)
Foto: Oliver Berg/dpa

Die schwache Auftragslage macht vielen Maschinenbauern in Deutschland auch im neuen Jahr zu schaffen. In einer Umfrage des Branchenverbandes VDMA stuft ein Drittel (34 Prozent) der 1.021 befragten Mitgliedsunternehmen die eigene Auftragssituation mit Blick auf die nächsten sechs Monate als «großes» oder «sehr großes» Risiko ein.

Die Konsequenz: Viele Firmen zögern bei Investitionen, während ein Viertel plant, in den kommenden sechs Monaten Mitarbeiter zu entlassen.

In Summe bewertet jeder dritte Maschinen- und Anlagenbauer (35 Prozent) seine aktuelle Lage als «schlecht» oder «sehr schlecht». Zwar stuft immerhin jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) die Lage als «gut» oder «sehr gut» ein. Doch die Skepsis – auch mit Blick – nach vorn überwiegt.

Verband: Politik muss Standort Deutschland stärken

«Unter dem Strich bewerten immer weniger Unternehmen die Lage als gut oder sehr gut», fasst VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers zusammen. «Der Standort Deutschland steht enorm unter Druck und überdies wird anderen Absatzregionen mehr Wachstum und damit Nachfrage nach Maschinenbauerzeugnissen zugetraut.»

Die zukünftige Bundesregierung sollte rasch Reformen initiieren. Der VDMA fordert konkret:

  • Einen international wettbewerbsfähigen Unternehmenssteuersatz von maximal 25 Prozent
  • Einen Abbau von Bürokratie und Regulierung
  • Eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes

«Wir brauchen Anreize für Investitionen und niedrigere Kosten am Standort Deutschland», mahnt Wiechers. «Es braucht ein echtes Upgrade unseres Standorts.»

Rückgang der Produktion erwartet

Die Branche, die allein in Deutschland gut eine Million Menschen beschäftigt, leidet seit Monaten unter der schwächelnden Konjunktur. Die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten wie China und den USA ist schwach, und Handelskonflikte könnten sich ausweiten und die Situation noch verschärfen.

Laut der aktuellen VDMA-Prognose wird die preisbereinigte Produktion der Betriebe im Jahr 2025 voraussichtlich um weitere zwei Prozent sinken, was den dritten Rückgang in Folge darstellt.

dpa