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Jonas Andrulis: Deutschland vor großen Herausforderungen

In Deutschland gehen jedes Jahr viel mehr Menschen in Rente als junge Leute auf dem Arbeitsmarkt nachrücken. Bei dieser Herausforderung könnte KI helfen, meint der Gründer des Start-ups Aleph Alpha.

Jonas Andrulis: Menschen können mit der Kraft der KI zehnmal so effizient sein (Archivbild).
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Laut Aleph-Alpha-Gründer kann ein umfangreicher Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Wirtschaft und Verwaltung helfen, die Auswirkungen des demografischen Wandels zu bewältigen.

Auf dem DLD Innovationskongress in München wies der CEO des KI-Start-ups aus Heidelberg darauf hin, dass in Deutschland über 1,7 Millionen Stellen unbesetzt blieben.

«Die nächsten 20 Jahre werden mit dem demografischen Wandel, den wir dort erleben werden, brutal sein, weil viel mehr Menschen den Arbeitsmarkt verlassen als junge Leute neu dazukommen», sagte Andrulis.

Der Wandel treffe auch den öffentlichen Dienst. «Wir haben schon jetzt 400.000 offene Stellen in der Verwaltung. Dazu kommt, dass ein kritischer Teil der Beamten und Angestellten bald ausscheidet.» Vor diesem Hintergrund müsse man nachzudenken, wie man die verbleibenden ehrgeizigen und talentierten Menschen unterstützen könne, ihre Arbeit zu erledigen.

Wenn man diese Entwicklung passiv akzeptiert, könnte dies schwerwiegende Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben. Es kann auch nicht gleichgültig sein, dass China mittlerweile der weltweit größte Autoexporteur ist, besonders für Deutschland als Autonation.

Beim KI-Einsatz sei es wichtig, Transparenz und Kontrolle zu gewährleisten. Aleph Alpha biete eine Technologie, die auch widersprüchliche Informationen aufspüren und transparent präsentieren könne. Die Wertschöpfung der Zukunft sollte aber nicht von der KI allein übernommen werden. «Das Wissen wird von Menschen geschaffen. Diese können aber mit der Kraft der KI zehnmal so effizient sein und all die langweilige, stupide Arbeit loswerden, die wir jeden Tag erledigen müssen.»

Aleph Alpha wird als führendes deutsches Unternehmen im Bereich Künstliche Intelligenz angesehen. Das Start-up entwickelt umfangreiche Sprachmodelle, ähnlich wie das kalifornische Unternehmen OpenAI mit ChatGPT. Das Unternehmen mit Sitz in Heidelberg hat sich auf die Entwicklung von Anwendungen für den öffentlichen Sektor und die Industrie spezialisiert. Im November erhielt Aleph Alpha eine Finanzierung in Höhe von über einer halben Milliarde Dollar.

dpa