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Aktienboom in Deutschland: Rekordzahl von Aktionären

Mehr junge Menschen investieren in Aktien. Bundesregierung soll Kapitalmarkt für Altersvorsorge stärker nutzen.

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Binnen eines Jahres ist die Zahl der Aktionäre in Deutschland um fast zwei Millionen gestiegen. (Archivbild)
Foto: Arne Dedert/dpa

Deutschland verzeichnet einen Rekord an Aktionären: Im Durchschnitt des Jahres 2025 hatten 14,1 Millionen Menschen hierzulande Aktien, Aktienfonds und/oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) im Depot, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) festgestellt hat. Dies übertrifft deutlich den Rekord von 2022, als fast 12,9 Millionen Aktionärinnen und Aktionäre in Deutschland gezählt wurden, nachdem es in den beiden Vorjahren rückläufige Zahlen gab.

Im Vergleich zum Vorjahr hat das Institut mit Sitz in Frankfurt fast zwei Millionen Aktionäre mehr gezählt. Seit 2020 werden in der DAI-Statistik auch ausländische Aktionäre mit Wohnsitz in Deutschland erfasst. Das allein führte zu einem Anstieg um 500.000. Im vergangenen Jahr war nach Berechnungen des Aktieninstituts gemessen an der hiesigen Bevölkerung ab 14 Jahren jeder Fünfte (19,9 Prozent) direkt oder indirekt am Aktienmarkt investiert.

Anleger unter 40 tragen das Wachstum

Vor allem das seit Jahren steigende Interesse der jungen Generation an der Aktienanlage habe sich «deutlich verfestigt», stellt das Aktieninstitut fest: Mit einem Plus von 1,2 Millionen Anlegerinnen und Anlegern macht die Altersgruppe der 14- bis 39-Jährigen 60 Prozent des Gesamtanstiegs aus. Seit dem Jahr 2024 ist diese Altersgruppe unter den Aktionärinnen und Aktionären in Deutschland die größte mit inzwischen 4,9 Millionen Menschen.

«Die gewachsene Offenheit für Aktienanlagen ist eine Steilvorlagefür die Bundesregierung, den Kapitalmarkt in allen drei Säulen derAltersvorsorge stärker zu nutzen», findet das Aktieninstitut. «Die geplanten Schritte zur Ergänzung des umlagefinanzierten Rentensystems durch eineergänzende private Vorsorge über den Kapitalmarkt sind allenfalls zaghaft», schreibt die Frankfurter Einrichtung mit Blick auf die Pläne der Bundesregierung für ein Altersvorsorgedepot und die sogenannte Frühstart-Rente.

Die Angaben des Deutschen Aktieninstituts zur Anzahl der Aktionäre stützen sich auf eine nach eigenen Angaben repräsentative Umfrage von Kantar. Jährlich werden ungefähr 28.000 Personen in Deutschland ab 14 Jahren zu ihrem Anlageverhalten befragt.

dpa