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Kalte Progression: Deutsche Steuerzahler stärker entlastet als erwartet

Eine aktuelle Studie zeigt, dass deutsche Steuerzahler in den letzten Jahren stärker von Entlastungen profitiert haben als erwartet. Zwischen 2019 und 2023 wurden sie um rund 15 Milliarden Euro mehr entlastet, als es zur Kompensation der kalten Progression nötig gewesen wäre.

Kalte Progression: Deutsche Steuerzahler stärker entlastet als erwartet

Einkommensteuerreformen und kalte Progression: Eine Analyse der Entlastungen in Deutschland

Eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsnetzwerks EconPol Europe kommt zu dem Schluss, dass die Einkommensteuerreformen der letzten Jahre nicht nur die Belastung der Bürger durch die sogenannte kalte Progression ausgeglichen haben, sondern diese sogar überkompensiert wurde.

Die kalte Progression beschreibt das Phänomen, bei dem Arbeitnehmer zwar höhere Gehälter erhalten, jedoch aufgrund steigender Steuern und Inflation tatsächlich weniger Kaufkraft besitzen. Dies bedeutet, dass eine Gehaltserhöhung zwar nominal zu einem höheren Einkommen führt, die gestiegenen Preise jedoch den Kaufkraftverlust ausgleichen. Infolgedessen können sich die Betroffenen weniger Waren leisten.

Um diesen negativen Effekt zu mildern, passt die Politik regelmäßig den Einkommensteuertarif sowie verschiedene Freibeträge an, darunter den Grundfreibetrag und die Eckwerte der Steuersätze. Dennoch bleibt das Thema politisch umstritten, da Kritiker darauf hinweisen, dass solche Anpassungen oft mit Verzögerung erfolgen und Steuerzahler vorübergehend stärker belastet werden. Ein Automatismus zur automatischen Anpassung des Steuertarifs existiert nicht.

Entlastung durch politische Maßnahmen

Die Forscher haben herausgefunden, dass Steuerzahler in Deutschland zwischen 2019 und 2023 um insgesamt etwa 15 Milliarden Euro stärker entlastet wurden, als es zur bloßen Kompensation der kalten Progression notwendig gewesen wäre. Ohne politische Maßnahmen hätte die kalte Progression die Steuerzahler schätzungsweise 50 Milliarden Euro gekostet. Insgesamt hat das Eingreifen der Bundesregierung somit eine Entlastung von 65 Milliarden Euro bewirkt.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler haben mehrere Maßnahmen zu dieser überdurchschnittlichen Entlastung beigetragen. Dazu zählen das Inflationsausgleichsgesetz, das Steuerentlastungspaket von 2022 sowie die weitgehende Abschaffung des Solidaritätszuschlags im Jahr 2021. Zudem wurde die Bürgergeld-Reform beschlossen, die ebenfalls zur Entlastung beiträgt.

Internationale Perspektive

Für ihre Analyse untersuchten die Autoren die Auswirkungen der kalten Progression und der politischen Gegenmaßnahmen in insgesamt 21 europäischen Ländern. Neben Deutschland haben auch Luxemburg, Litauen, Österreich, Kroatien, Slowenien, die Slowakei und Lettland die Belastung mehr als ausgeglichen.

In anderen Ländern wie Finnland, Irland, Frankreich, Portugal und Griechenland wurde der Effekt weitgehend neutralisiert. Hingegen haben Staaten wie Spanien, Italien, Belgien und die Niederlande die kalte Progression nur teilweise kompensiert. Auch die Renten steigen ab Juli 2026: So viel mehr Geld gibt es, was die finanzielle Situation vieler Bürger verbessern könnte.

Zusätzlich haben Krankenkassen 2025 mit 3,5 Milliarden im Plus abgeschlossen, was ebenfalls positive Auswirkungen auf die finanzielle Belastung der Bürger haben wird.

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Bildquelle: RDNE Stock project auf Pexels

Ronny Winkler