Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin startet mit der Vorstellung der neuen Luftfahrtstrategie durch Kanzler Merz. Verbände äußern Bedenken hinsichtlich der Klimaschutzmaßnahmen und fordern konkrete Schritte zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Branche.
Kanzler Merz enthüllt neue Luftfahrtstrategie auf der internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung

ILA 2026 in Berlin: Eröffnung der Luftfahrtmesse mit strategischem Fokus
In Berlin hat die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) ihre Tore geöffnet. An diesem Tag wird Bundeskanzler Friedrich Merz die neue Luftfahrtstrategie der Bundesregierung präsentieren. Bereits jetzt zeigen sich Verbände besorgt und kritisieren die Strategie als „unzureichend“, insbesondere in Bezug auf den Klimaschutz.
Programmvielfalt und Diskussionen rund um die Luftfahrt
Die ILA dient als Plattform, um neue Produkte und Innovationen aus den Bereichen Luftfahrt, Raumfahrt und Verteidigung vorzustellen. Neben politischen Diskussionsforen finden auch spektakuläre Flugvorführungen sowohl mit militärischen als auch mit zivilen Luftfahrzeugen statt. Ein zentrales Anliegen der diesjährigen Messe sind die Drohnen, vor allem im Kontext des gescheiterten Rüstungsprojekts eines deutsch-französischen Kampfflugzeugs, das die zukünftige europäische Zusammenarbeit in der Rüstungsindustrie in den Mittelpunkt rückt.
Bundesregierung unterstreicht die Relevanz der Luftfahrt
Die Bundesregierung hebt die Bedeutung der Luftfahrtbranche hervor und erklärt, dass Deutschland zusammen mit europäischen Partnern in den kommenden 15 Jahren seine Position als führende Luftfahrtnation behaupten soll. In der entsprechenden Kabinettsvorlage wird betont, dass ein leistungsfähiger, sicherer und nachhaltiger Luftverkehr unerlässlich ist für die Mobilität von Personen und Gütern sowie für die Anbindung an globale Märkte. Darüber hinaus wird die Luftfahrtindustrie als essenziell für die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr angesehen.
Strategie fokussiert auf Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit
Ein weiterer Aspekt der Luftfahrtstrategie ist die Reduzierung von CO2-Emissionen, die Stabilität der Lieferketten sowie die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Flughäfen. Die Bundesregierung verpflichtet sich dazu, international wettbewerbsfähige Standortkosten zu gewährleisten, um ein attraktives Flugangebot und eine gute internationale Anbindung sicherzustellen.
Steuererleichterungen für die Luftfahrtindustrie
Zur Entlastung der Luftfahrtbranche hat der Bundestag im Mai die letzte Erhöhung der Luftverkehrsteuer zurückgenommen. Diese Gesetzesänderung steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch den Bundesrat. Verbände verlangen nun konkrete Maßnahmen zur Umsetzung der Nationalen Luftfahrtstrategie. Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BDI, weist auf die Notwendigkeit hin, weitere Entlastungen bei der Luftverkehrsteuer sowie bei Luftsicherheits- und Flugsicherungsgebühren zu schaffen.
Kritik an der Luftfahrtstrategie
Umwelt- und Verkehrsverbände äußern ebenfalls Bedenken hinsichtlich der neuen Luftfahrtstrategie der Bundesregierung. Sie kritisieren, dass der Fokus der Strategie vor allem auf Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrs liegt, während die Herausforderungen im Bereich Klima-, Gesundheits- und Ressourcenschutz nicht ausreichend adressiert werden. Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), Germanwatch und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) fordern eine deutlich ambitioniertere Vorgehensweise.
Herausforderungen der Luftfahrtbranche
Die Umweltschutzorganisation Germanwatch betont, dass die Strategie hinter den ökologischen, wirtschaftlichen und technologischen Potenzialen zurückbleibt. Insbesondere der Ausbau erneuerbarer synthetischer Flugkraftstoffe wird als unzureichend ambitioniert wahrgenommen. Um das Ziel eines klimaneutralen Luftverkehrs bis spätestens 2050 zu erreichen, müsse die Bundesregierung deutlich entschlossener agieren.
Wirtschaftliche Lage der Luft- und Raumfahrtbranche
Aktuell verzeichnet die deutsche Luft- und Raumfahrtbranche hohe Umsätze, doch steigende Standortkosten und geopolitische Konflikte belasten die Situation. Die Standortkosten in Deutschland haben sich seit der Corona-Pandemie teilweise verdoppelt, was die Wettbewerbsfähigkeit von Airlines und Flughäfen gefährdet. Darüber hinaus beeinträchtigen hohe Kerosinkosten und geopolitische Spannungen die Routen, Kapazitäten und Kosten im Luftverkehr.
Quellen: tagesschau, Lufthansa Group auf der ILA Berlin 2026: Jubiläumsflugzeug und Lufthansa Technik Defense, ILA 2026 in Berlin: Das sind die lautesten Flugzeuge am Flughafen BER
Bildquelle: press.messe-berlin.de








