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Verbraucherstimmung in Deutschland sinkt dramatisch

Die Konsumklimastudie zeigt: Arbeitslosigkeit steigt, Insolvenzen nehmen zu, Konjunktur schlecht. Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung sinken, Sparneigung steigt.

Das Konsumklima musste im August einen deutlichen Rückschlag hinnehmen. (Archivbild)
Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat in diesem Monat einen starken Rückschlag erlitten, da die Arbeitslosigkeit steigt, mehr Insolvenzen auftreten und die Konjunkturaussichten schlecht sind. Laut der neuesten Konsumklimastudie der Nürnberger Institute GfK und NIM ist das Konsumklima im August deutlich gesunken, nachdem es im Juli eine Erholung gegeben hatte.

Der Konsumklimaindex für September wird nur noch bei minus 22 Punkten liegen, was einer Verschlechterung um 3,4 Punkte entspricht, so die Institute. Vor der Coronapandemie lag der Index relativ stabil bei etwa plus 10 Punkten.

Sparneigung steigt

Die Erwartungen bezüglich Einkommen und wirtschaftlicher Entwicklung haben abgenommen, ebenso wie die Bereitschaft zu Anschaffungen – jedoch ist die Sparneigung gestiegen.

«Offenbar war die Euphorie, die die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland ausgelöst hat, nur ein kurzes Aufflackern und ist nach Ende des Turniers verflogen. Hinzu kommen negative Meldungen rund um die Arbeitsplatzsicherheit, die die Verbraucher wieder pessimistischer stimmen und eine schnelle Erholung der Konsumstimmung unwahrscheinlich erscheinen lassen», sagte der NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. 

«Leicht steigende Arbeitslosenzahlen, eine Zunahme der Unternehmensinsolvenzen sowie Personalabbaupläne diverser Unternehmen in Deutschland lassen bei einer Reihe von Beschäftigten die Sorgen um ihren Arbeitsplatz zunehmen», betonte Bürkl.

Größter Rückgang seit fast zwei Jahren

Die privaten Haushalte sähen ihre finanzielle Lage in den nächsten zwölf Monaten deutlich weniger rosig als noch vor einem Monat: Der Indikator Einkommenserwartung verlor 16,2 Punkte. «Ein größerer Rückgang der Einkommensstimmung innerhalb eines Monats wurde zuletzt vor knapp zwei Jahren, im September 2022 gemessen», teilten die beiden Institute mit – damals herrschte aber erheblich höhere Inflationsraten. 

Für die Studie, die monatlich durchgeführt wird, wurden diesmal zwischen dem 1. und 12. August etwa 2000 Personen von den Konsumforschern befragt. Der Auftraggeber ist die EU-Kommission.

dpa