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Kein Streik? Einzelhandelsverband bietet neuen Termin an

Ganz knapp vor Jahresende soll es eine letzte Verhandlung mit Verdi geben. Ein neuer Termin, ein verbessertes Angebot – damit sieht der HDE sich gut gewappnet. Wird der Plan aufgehen?

Seit Monaten kommt es im Einzelhandel immer wieder zu Warnstreiks.
Foto: Christian Charisius/dpa

Im monatelang festgefahrenen Tarifkonflikt des Einzelhandels wollen die Arbeitgeber mit einer Pilotrunde am kommenden Donnerstag in Hamburg eine Einigung herbeiführen. Nach mehr als 60 ergebnislosen Tarifrunden in den verschiedenen Tarifgebieten und einem ergebnislosen Spitzengespräch bot der Spitzenverband HDE der Gewerkschaft Verdi einen Verhandlungstermin am 28. Dezember in Hamburg an. Die sei die «letzte Möglichkeit für eine Einigung noch in diesem Jahr», heißt es in der Mitteilung des Handelsverbandes Deutschland (HDE) in Berlin.

Seit Monaten hält der Tarifkonflikt im Handel an. Verdi verlangt im Einzelhandel unter anderem in allen Regionen eine Erhöhung von mindestens 2,50 Euro pro Stunde und eine Vertragslaufzeit von einem Jahr. Je nach Bundesland gibt es zusätzliche Forderungen. Ende November trafen sich Vertreter zu einem Spitzengespräch auf Bundesebene, das jedoch letztendlich zu keinen Fortschritten führte.

Basis der Verhandlungen soll laut HDE-Sicht ein aktuelles, zuletzt im November nachgebessertes Angebot sein. Demnach bieten die Arbeitgeber eine Tarifsteigerung von insgesamt 10,24 Prozent über die angebotene Laufzeit von 24 Monaten. Zusätzlich enthält die Offerte eine Inflationsausgleichsprämie von 750 Euro sowie ein tarifliches Mindestentgelt. «Dieses Angebot wird nur noch bis 31. Dezember 2023 garantiert», lautet zudem ein Ultimatum der Arbeitgeber.

Laut HDE enthält das Angebot alle Komponenten, die es die es für einen kurzfristigen Tarifabschluss brauche, was laut HcDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke zunehmend aus den Belegschaften und selbst von Mitgliedern der Verdi-Verhandlungskommissionen bestätigt werde. «Hintergrund ist sicher auch die wachsende Sorge, dass im neuen Jahr unter neuen Vorzeichen verhandelt würde», so Haarke. «Die Beschäftigten nehmen wahr, dass einige Unternehmen eigene Lösungen suchen werden, 2023 tarifpolitisch ungelöst bleiben könnte und bei der sinkenden Inflation das bisherige Angebot in dieser Form nicht mehr zur Disposition steht.»

Wird trotzdem gestreikt?

Der Verdi-Bundesvorstand hat die Mitarbeiter im Handel dazu aufgefordert, zwischen Donnerstag und Samstag Streikaktionen durchzuführen. Die Landesverbände planen nun auf der Grundlage dieses Aufrufs sehr unterschiedlich. Die zahlreichen Warnstreiks der letzten Monate führten in der Regel nicht zu Schließungen von Filialen. Hier und da blieben die Regale in den Geschäften jedoch längere Zeit leer. Es ist noch unklar, welche Auswirkungen die Aktionen an den Tagen direkt vor Weihnachten haben werden.

dpa