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Kfz: Neue Berechnungsgrundlage für 9,4 Millionen Versicherte

Die Versicherungsbranche hat neue Regionalklassen für Kfz-Versicherungen veröffentlicht. Für rund 9,4 Millionen Halterinnen und Halter könnte sich damit bald die Höhe der Beiträge ändern.

Ein Fall für die Versicherung? Für rund 9,4 Millionen Autofahrer ändert sich die Berechnungsgrundlage für ihre Beiträge. (Archivfoto)
Foto: Robert Michael/dpa

Etwa 9,4 Millionen Autofahrer werden aufgrund neuer Regionalklassen Änderungen in ihren Versicherungsbeiträgen erleben. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) könnten die Prämien für etwa die Hälfte der Versicherten steigen, während für die andere Hälfte eine Beitragssenkung möglich ist. Bei rund 33 Millionen Kfz-Halterinnen und -haltern wird sich hingegen nichts ändern.

Je mehr und höhere Schäden, umso schlechter die Einstufung

Die neuen Regionalklassen bei der Kfz-Haftpflicht- sowie der Voll- und Teilkaskoversicherung wurden vom GDV veröffentlicht. Die Einstufung in die Klassen hängt von den Unfallschäden in einem bestimmten Bezirk ab. Es spielt keine Rolle, wo der Schaden entstanden ist, sondern in welchem Bezirk das Fahrzeug registriert ist.

Die Regionalklassen des GDV sind für die Versicherer eines von vielen Tarifmerkmalen, die sie zur Berechnung der Beiträge verwenden.

Offenbach schneidet am schlechtesten ab

Der Bezirk mit der schlechtesten Schadensbilanz im aktuellen Untersuchungszeitraum war die Stadt Offenbach, dicht gefolgt von Berlin. «In beiden Städten liegen die Schäden fast 40 Prozent über dem Schnitt», teilte der GDV mit. Bei der Haftpflichtversicherung landen sie deshalb in der schlechtesten Regionalklasse 12. Im Vergleich mit Großstädten ab 300.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Berlin die Stadt mit der höchsten Schadenssumme. 

Die beste Schadensbilanz weist hingegen der Bezirk Elbe-Elster in Brandenburg auf. Hier sind die Schäden dem GDV zufolge um 30 Prozent niedriger als im Durchschnitt. Auffällig viele Zulassungsbezirke verbesserten sich wiederum in Bayern. «Hier erreichen 24 Bezirke und fast jeder vierte Autofahrer eine günstigere Klasse», hieß es.

Insgesamt werden die Einstufungen für 49 Bezirke mit etwa 4,7 Millionen Autofahrern schlechter. Im Gegensatz dazu profitieren 59 Bezirke und ebenfalls rund 4,7 Millionen Autofahrer von verbesserten Regionalklassen.

Versicherer können die Einstufungen ab jetzt anwenden

Die Versicherungsunternehmen können ab sofort die Einstufungen für Neuverträge und ab dem nächsten Versicherungsjahr für bestehende Verträge verwenden. Die Regionalklassen sind jedoch nicht verbindlich für die Beitragsermittlung.

Die regionalen Unterschiede führen zu erheblichen Unterschieden bei den Versicherungsbeiträgen. Verivox hat beispielsweise berechnet, dass in Berlin-Mitte die Haftpflichtversicherung für einen VW Passat für einen 45-jährigen Alleinfahrer mit 15.000 Kilometer Fahrleistung im Jahr im Durchschnitt mehr als die Hälfte teurer ist als in Emden in Ostfriesland.

In Nikolassee, einem Ortsteil von Berlin, sind die Versicherungsbeiträge in dieser Modellrechnung etwa um ein Drittel höher als im nahegelegenen Brandenburgischen Kleinmachnow.

dpa