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Sparverhalten von Amazon-Kunden belastet den Online-Händler

Verbraucher bevorzugen günstige Artikel statt Markenprodukte, was zu Gewinnrückgängen führt. Analysten sind besorgt, dass Amazon mehr Rabatte gewähren muss, um Kunden anzulocken.

Auch bei beim Shoppen bei Amazon werden Kunden sparsamer und greifen zu günstigeren Angeboten. (Archivbild)
Foto: Richard Vogel/AP/dpa

Amazon-Kunden werden sparsamer – und das bereitet dem weltgrößten Online-Händler Probleme. Gleichzeitig plant das Unternehmen jedoch, den Schwerpunkt auf Milliardeninvestitionen in Künstliche Intelligenz zu setzen und Gewinnsteigerungen vorerst zurückzustellen. Anleger reagieren negativ auf diese Entwicklung: Die Aktie fiel am Freitag im vorbörslichen Handel um mehr als acht Prozent.

Amazon betonte bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal, dass Verbraucher verstärkt auf das Preis-Leistungs-Verhältnis achten und sich häufiger für günstigere Artikel anstelle von Markenprodukten entscheiden. Dieser Trend werde voraussichtlich auch in den kommenden Monaten anhalten.

Konzernchef Andy Jassy ist nun eher vorsichtig in Bezug auf die kommenden Monate. Amazon prognostizierte für das laufende Vierteljahr Einnahmen zwischen 154 und 158,5 Milliarden Dollar. Im Durchschnitt hatten Analysten mit gut 158 Milliarden Dollar (rund 146 Mrd Euro) gerechnet.

Muss Amazon mehr Rabatte gewähren?

Der Quartalsausblick der Konservativen und die fortgesetzte Konsumschwäche dürften die Pessimisten in ihrer Annahme bestätigen, dass Amazon noch mehr Rabatte gewähren muss, um überhaupt Kunden anzulocken, schrieb Analyst Brad Erickson von der Bank RBC. Allerdings habe das Management betont, dass sich die Situation nicht verschlechtert habe, sondern das Preisniveau seit vergangenem Jahr niedrig sei.

Im letzten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf etwa 148 Milliarden Dollar (137,2 Mrd. Euro). Auch hier wurde am Markt etwas mehr erwartet. Der Gewinn im zweiten Quartal stieg von 6,75 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal auf knapp 13,5 Milliarden Dollar.

Cloud-Geschäft wächst stärker als erwartet

Der Konzern übertraf gleichzeitig die Schätzungen mit dem Wachstum seiner wichtigen Cloud-Sparte AWS. Der Umsatz stieg um 19 Prozent auf 26,3 Milliarden Dollar. Die Analysten hatten mit etwa 26 Milliarden Dollar gerechnet.

Amazon wird auch vom erhöhten Bedarf an Rechenleistung für Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz im Geschäft profitieren. Nach Vorlage der Quartalszahlen sagte Finanzchef Brian Olsavsky, dass Amazon im ersten Halbjahr insgesamt 30,5 Milliarden Dollar investiert habe. Darin seien Ausgaben für AWS-Rechenzentren enthalten. In der zweiten Jahreshälfte plant der Manager, noch mehr Geld zu investieren. Amazon erkennt eine hohe Nachfrage nach KI-Anwendungen.

„Die Veranstaltung findet am 15. Mai um 18 Uhr im Konferenzraum statt.“

dpa