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Dax mit Rekordhoch: Konjunkturhoffnungen und Rüstungsaktien

Zum Start ins Börsenjahr setzen die Anleger auf eine Erholung der Konjunktur. Auch für Rüstungsaktien geht es mit Blick auf die Ukraine und Venezuela nach oben.

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Foto: ---/dpa

Die Hoffnung auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft im neuen Jahr führte am Montag zu einem Rekordhoch des Dax. Der deutsche Leitindex stieg im frühen Handel um bis zu 1,2 Prozent auf 24.825 Punkte und übertraf damit sein altes Rekordhoch aus dem Oktober von 24.771 Punkten. Mittags lag das Börsenbarometer noch mit 24.713 Punkten um 0,7 Prozent im Plus.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 0,4 Prozent auf 31.104 Zähler. Der EuroStoxx 50, Leitindex der Eurozone, setzte seinen Rekordkurs fort und erhöhte sich um 0,7 Prozent.

Gegen Ende 2025 hatten Investoren in Deutschland bereits verstärkt auf eine Erholung der deutschen Wirtschaft durch die schuldenfinanzierten Infrastruktur- und Rüstungsmilliarden der Bundesregierung sowie durch weniger Bürokratie gesetzt.

«Anleger scheinen fest entschlossen zu sein, die fundamentale Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft – getragen von den Reformhoffnungen unter der Regierung Merz – in die Kurse einzupreisen», schrieb Analyst Frank Sohlleder vom Handelshaus ActivTrades. Dennoch bleibe die Marktdynamik vorerst fragil, da das Handelsvolumen nach den Feiertagen erst allmählich wieder anziehe.Am Montag waren Aktien etwa aus dem Autosektor sowie von IT-Dienstleistern, die überwiegend mittelständische Unternehmen und den Staat bedienen, gefragt.

Des Weiteren investierten die Anleger in Rüstungsaktien. Rheinmetall stieg an der Spitze des Dax um 7 Prozent. Im MDax verzeichneten die Aktien des Panzergetriebeherstellers Renk einen Anstieg um 6,3 Prozent und die des Rüstungselektronik-Spezialisten Hensoldt um 6,6 Prozent. Auf diese Weise konnten die Rüstungswerte ihre Verluste aus dem vierten Quartal weiter ausgleichen. Viele Anleger hatten zuvor von den starken Kursentwicklungen profitiert, um Gewinne zu realisieren – auch in der Hoffnung auf ein mögliches Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Die Rüstungswerte profitieren weiterhin davon, dass es noch keine Lösung für den Ukraine-Krieg gibt. Zusätzlich eskaliert der Konflikt zwischen den USA und Venezuela. Darüber hinaus droht US-Präsident Donald Trump jetzt auch Kolumbien nach dem Angriff auf Venezuela.

«Für die Finanzmärkte bedeutet dies vor allem eines: Unsicherheit», fuhr Sohlleder fort. Da Venezuela über signifikante Ölreserven verfüge, beobachteten Marktteilnehmer die Reaktion der Energiepreise und die daraus resultierenden Inflationserwartungen mit Argusaugen. Sollte die geopolitische Instabilität zunehmen, könnte dies den Risikoappetit der Anleger kurzfristig bremsen.

Getrieben von einem positiven Analystenkommentar zu den Aktien von ASML blieben die Papiere des Branchenkollegen Aixtron gefragt und stiegen um weitere 3,5 Prozent. Die Rallye des Chipindustrie-Ausrüsters Aixtron hatte im Herbst Fahrt aufgenommen. Empfehlungen der Investmentfirma Kerrisdale Capital und anderer Analystenhäuser hatten frischen Schwung verliehen. Im Gefolge dessen stiegen die Anteilsscheine des Halbleiterindustrie-Zulieferers Siltronic an der Spitze des Nebenwerte-Index SDax um 6,3 Prozent an.

Die Aktien von Rückversicherern waren hingegen unter Druck geraten. Munich Re verlor 1,2 Prozent und Hannover Re 1,7 Prozent. Analysten wiesen auf den Preisdruck bei der jährlichen Vertragserneuerungsrunde hin.

dpa