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Kosten der Arbeitslosigkeit steigen 2023 und 2024

Die Kosten der Arbeitslosigkeit in Deutschland sind in den vergangenen Jahren gemessen an der Wirtschaftsleistung deutlich gesunken. Nun erwarten Forscher wieder einen Aufwärtstrend. Das hat mehrere Gründe.

Die Kosten der Arbeitslosigkeit dürfte Arbeitsmarktforschern zufolge wieder steigen.
Foto: Caroline Seidel-Dißmannel/dpa

Arbeitsmarktforscher erwarten, dass die fiskalischen Kosten in Deutschland für die Jahre 2023 und 2024 wieder steigen werden, nachdem sie im Jahr 2022 nach der Corona-Pandemie gesunken waren.

Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg gab an, dass die Anzahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt 2023 im Vergleich zu 2022 um ungefähr 200.000 gestiegen sei. Darüber hinaus wurde der Regelsatz im Bürgergeld aufgrund der Inflation zu Jahresbeginn um 11,8 Prozent erhöht.

Auch für 2024 erwartet er keine fiskalische Entlastung. «So dürfte die Arbeitslosigkeit zu Jahresbeginn bereits um rund 100.000 über dem Jahresmittelwert aus 2023 liegen, und zum Januar folgt eine weitere Regelsatzerhöhung von gut 12 Prozent», sagte Weber. «Um die Kosten weiter zu senken, müsste sich der derzeit steigende Trend bei der Arbeitslosigkeit umkehren.»

Corona hat langfristigen Abwärtstrend unterbrochen

Die Kosten der Arbeitslosigkeit in Deutschland sind in den letzten etwa 20 Jahren im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt erheblich gesunken. Im Jahr 2004 wurden noch 4,2 Prozent der Wirtschaftsleistung für die Finanzierung der Arbeitslosigkeit aufgewendet. Im Jahr 2019 waren es nur noch knapp 1,5 Prozent. Der Abwärtstrend wurde in den Jahren 2020 und 2021 aufgrund der Corona-Pandemie unterbrochen.

Im Jahr 2022 betrugen die Ausgaben 60,6 Milliarden Euro, was 1,56 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht. 55 Prozent dieser Ausgaben entfielen auf Transferleistungen wie Arbeitslosengeld und Bürgergeld. Die restlichen 45 Prozent der Kosten resultierten aus Mindereinnahmen bei Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

Weber drängte die Bundesagentur für Arbeit dazu, eine finanzielle Reserve aufzubauen. Die Rücklage von fast 26 Milliarden Euro wurde während der Corona-Pandemie aufgebraucht. Die Bundesagentur plant, im Haushalt wieder mit dem Aufbau einer Rücklage zu beginnen. Für 2023 sind 2,7 Milliarden vorgesehen, für 2024 beträgt der Ansatz 2,1 Milliarden Euro. Das Ziel ist es, in zehn Jahren wieder bei rund 26 Milliarden zu sein, was für die Finanzierung einer mittleren Rezession erforderlich ist. Allerdings könnte der Aufbau der Rücklage ins Stocken geraten: Der Bund fordert in den nächsten vier Jahren Zuschüsse aus der Corona-Zeit in Höhe von 5,2 Milliarden Euro zurück.

dpa