Im April beginnt die Hauptsaison für Kreuzfahrtschiffe in deutschen Häfen. Mit neuen Treibstoffen und Landstrom wollen die Reedereien ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen.
Kreuzfahrtschiffe sollen nachhaltiger werden

Das Thema Nachhaltigkeit rückt bei Reedereien stärker in den Fokus. Bei ihren Neubauten setzen sie unter anderem auf alternative Treibstoffe. So nimmt Tui Cruises im Frühsommer die «Mein Schiff 7» in den Dienst.
Wybcke Meier, Geschäftsführerin, erklärte vor Beginn der Kreuzfahrtsaison, dass das Schiff zunächst mit emissionsärmerem Marinediesel fahren werde. In Zukunft könne es mit Methanol betrieben werden, und möglicherweise auch mit grünem Methanol.
Ein weiterer Neubau, der im Winter 2024/25 die Fahrt aufnehmen soll, wird laut Tui Cruises mit Flüssiggas (LNG) betrieben. Aida Cruises hat nach eigenen Angaben mit der «AIDAnova» und «AIDAcosma» bereits zwei LNG-Kreuzfahrtschiffe in Betrieb. MSC Cruises baut seine neuen Schiffe ebenfalls für den Betrieb mit Flüssiggas. Sie könnten außerdem für den Betrieb mit grünem Methanol nachgerüstet werden, berichtete Sprecher Dominik Gebhard.
Landstrom statt Lärm
Auch die Stromversorgung der Schiffe an ihren Liegeplätzen beschäftigt die Reedereien. Wenn kein Landstrom bezogen wird, müssen die Schiffsmotoren im Hafen weiterlaufen und verursachen neben Emissionen auch Lärm. MSC Cruises hat nach eigenen Angaben 59 Prozent seiner Schiffe für die Landstromnutzung ausgebaut, bis Jahresende sollen es 72 Prozent sein. Tui Cruises will in den kommenden beiden Jahren drei neue Schiffe in die «Mein-Schiff»-Flotte aufnehmen, die alle landstromfähig sein sollen. Nach Angaben des Unternehmens wurden auch fünf der sechs Schiffe aus der Bestandsflotte nachgerüstet.
An den deutschen Häfen schreitet auch der Ausbau des Landstroms voran. „In Hamburg und Kiel wurden im Jahr 2023 jeweils neue Anlagen in Betrieb genommen, und Bremerhaven plant, im Herbst 2025 den ersten Landstromanschluss für Kreuzfahrtschiffe anzubieten.“ Die EU spielt eine entscheidende Rolle bei diesem Thema, da sie bis 2030 eine Landstromversorgung in allen wichtigen Häfen verlangt.
Bis 2050 soll die Kreuzfahrtbranche nach dem Willen des Weltreederverbands ICS klimaneutral werden. Klimaschützern geht das nicht schnell genug. Im Herbst kritisierte die Umweltorganisation Nabu, dass die Emissionen der gesamten Branche zuletzt sogar weiter angestiegen sind. Deutschland nimmt jedoch eine positive Vorreiterrolle beim Thema Landstrom ein.








